Wirtschaft : Solarmodule aus Luckenwalde

Berlin - Das US-Solarunternehmen Nanosolar hat im brandenburgischen Luckenwalde seine europäische Solarmodul-Fertigung aufgenommen. Die Fabrik soll laut Nanosolar langfristig eine Kapazität von 500 Megawatt im Jahr erreichen. Damit könnte Luckenwalde laut Bundesverband für Solarwirtschaft zu einem der größten deutschen Standorte für Solarmodule werden.

Erik Oldekop, Deutschlandchef von Nanosolar, sagte am Dienstag gegenüber dem Tagesspiegel, in den kommenden 18 Monaten werde man über eine weitere Ausweitung der Fertigung in Luckenwalde entscheiden. „Bis jetzt haben wir nur eine Halle, aber auf dem Gelände wäre noch Platz für zwei, drei weitere“. In der hochautomatisierten Anlage sind momentan rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Solarzellen aus Kalifornien werden hier zu Modulen gefertigt, die eigens für Solarkraftwerke entwickelt wurden. Von Luckenwalde aus will die Firma Deutschland und das südliche Europa beliefern.

Am Dienstag gab Nanosolar ferner die Beteiligung an einem Solarkraftwerk im südlichen Brandenburg bekannt. Es soll den Strombedarf von 400 Haushalten decken können. Den genauen Standort des Kraftwerks, das auf einer ehemaligen Müllkippe entsteht, wollte Nanosolar noch nicht mitteilen.

Das Unternehmen stellt Solarzellen aus einer Kupferverbindung statt aus Silizium her. Unter anderem wegen Lieferengpässen bei Silizium hatte zuletzt das Hamburger Solarunternehmen Conergy Ergebniseinbrüche melden müssen. Das Verfahren, Solarzellen auf Metallfolie zu „drucken“ und die eigene Modultechnik verzehnfacht laut Nanosolar die Produktionsgeschwindigkeit gegenüber Silizium-Modulen. Nanosolar wurde Ende 2001 von dem Münchner Martin Roscheisen in Kalifornien gegründet. awr

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