Wirtschaft : Sorge um Amerika

IWF und Weltbank tagen in Washington

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Washington - Die Stimmung bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank schwankt zwischen Erleichterung über die globale Erholung nach der Finanzkrise und der Besorgnis über neue Risiken, darunter Inflationstendenzen, die Energiepreise und der leichtfertige Umgang der USA mit ihren Schulden.

Deutschland habe einen „fulminanten Jahresauftakt“ erlebt, sagte der scheidende Bundesbankpräsident Axel Weber am Freitag. Dank „0,8 bis ein Prozent Wachstum im ersten Quartal“ sei die Prognose von 2,5 Prozent Wachstum für 2011 gegen Korrekturen „nach unten abgesichert“. „Die Weltwirtschaft ist in guter Verfassung“, doch jede internationale Verwerfung könne das gefährden. Zu den Eintrübungen gehöre die Inflation, für Deutschland erwartet er 2,5 Prozent, in der zweiten Jahreshälfte sei „eine 3 vorne nicht auszuschließen“.

Unerwartete Sorgen bereitet Europas Finanzministern der Umgang des US-Kongresses mit den Budgetproblemen. Die Regierung Obama verbreitet Zuversicht, das Parlament werde die gesetzliche Schuldenobergrenze anheben und so verhindern, dass die USA in wenigen Wochen keine Kredite mehr aufnehmen dürfen, um die laufenden Ausgaben zu decken. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) berichtete, US-Notenbankchef Ben Bernanke habe bei einem Essen am Vorabend über das Thema informiert. „Die Amerikaner wissen um ihre Verantwortung für die Weltwirtschaft“, sagte er. Ratschläge von außen seien nicht hilfreich.

US-Finanzminister Tim Geithner und zwei Finanzberater des Präsidenten, Gene Sperling und Jacob Lew, nutzten Auftritte rund um die Frühjahrstagung, um die übrige Welt zu beruhigen, konnten aber keine Garantien abgeben. Sie sagten lediglich, sie „hoffen, dass der Kongress die Schuldenobergrenze anhebt“. Sonst seien die Folgen „katastrophal“. Republikaner und Demokraten tragen einen erbitterten Streit um die Haushaltspolitik aus. Der Konflikt um das Budget 2011 hatte kürzlich beinahe zur Schließung der Behörden geführt. Die Republikaner wollen die Debatte um die Schuldenobergrenze nutzen, um weitere Kürzungen zu erzwingen. Christoph von Marschall

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