SPANIEN : Nur noch mittleres Niveau

Auch der Regierungswechsel in Spanien, wo kurz vor Weihnachten die Konservativen von den Sozialisten die Macht übernahmen, rettete das Euro-Krisenland nicht vor einem neuen Warnschuss der Finanzmärkte: Die Ratingagentur S & P machte ihre Drohung wahr und ließ Spaniens Kreditwürdigkeit um gleich zwei Stufen auf die Note A fallen. Damit gelten die langfristigen spanischen Anleihen zwar immer noch als „sicher“, befinden sich aber gemessen an der von Deutschland gehaltenen Höchstnote AAA nur noch auf mittlerem Niveau. Vor allem Spaniens explodierte Schulden und die massive Wirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit machen den Analysten Sorgen. Bei den unter 25-Jährigen ist jeder Zweite ohne Job. Spanien bemühte sich nach der Herabstufung um Gelassenheit. Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte am Samstag, sein Land mache eine schwierige Zeit

durch, die Regierung wisse aber, was zu tun sei. Zur Entscheidung von S & P erklärte er lapidar: „Die Ratingagenturen stufen dich

hoch oder runter.“ Der neue Regierungschef hat ein schweres Erbe übernommen. Das Haushaltsdefizit konnte auch 2011 nicht unter Kontrolle gebracht werden: Die Verringerung der Neuverschuldung auf sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) scheiterte, das Defizit lag nach bisherigen Schätzungen bei mehr als acht Prozent. Mindestens

40 Milliarden Euro
muss Rajoy 2012 einsparen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die Gesamtverschuldung Spaniens überschritt 2011 70 Prozent des BIP und steuert auf die 80-Prozent-Marke zu. Zudem schrumpft die Wirtschaft und wird den Prognosen zufolge 2012 weiter an Leistung einbüßen. Auch Spaniens

Bankensektor hat sich noch nicht vom Immobiliencrash erholt und braucht vermutlich weitere Milliardenhilfen.ze/dpa

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