Wirtschaft : Spar baut zweites Rücknahmesystem für Dosen auf Weitere Verwirrung vor

dem Start am 1. Oktober

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Berlin (msh). Der Lebensmittelhändler Spar wird auch nach dem 1. Oktober Getränkedosen und Einwegflaschen verkaufen und hierfür ein Rücknahmesystem aufbauen. Die SparZentrale empfehle ihren selbstständigen Einzelhändlern, dem Rücknahmesystem der VfW AG beizutreten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Entscheidung liege aber letztlich bei den einzelnen Händlern. Damit etabliert sich neben der Rücknahmelösung der Tankstellen und Kioske von Lekkerland Tobaccoland ein zweites bundesweites Rücknahmesystem.

Ab 1. Oktober läuft die derzeit geltende Übergangsregelung zum Dosenpfand aus. Diese besagt, dass die Einwegverpackungen für Getränke nur dort zurückgegeben werden können, wo sie der Kunde gekauft hat. Ab Oktober muss ein Händler, der Dosen verkauft, auch die Einwegverpackungen anderer Geschäfte zurücknehmen. Die Verwirrung um das Dosenpfand hatte in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass zahlreiche Lebensmittelketten gar keine Dosen mehr verkaufen und komplett auf Mehrweg umgestiegen sind, darunter Branchengrößen wie die Metro (Real, Extra) und Edeka.

Mit Spar hat sich jetzt erstmals ein Einzelhändler von nennenswerter Größe dazu entschieden, der Dose die Treue zu halten. Spar betreibt bundesweit rund 2500 Supermärkte und 200 Verbrauchermärkte. Bei der Lösung von Spar erhält der Kunde beim Kauf einer Dose einen Pfandkupon, den er bei deren Rückgabe wieder einlösen kann. Eine Spar-Sprecherin sagte, das System sei für Händler und Kunden einfach zu handhaben. Teure Automaten zu installieren, sei nicht notwendig. Künftig werde Spar auch die bepfandeten Dosen anderer Geschäfte wie die von Lekkerland Tobaccoland annehmen.

Der Handelsverband HDE wertete die Ankündigung als einen weiteren Rückschlag für das Dosenpfand. Ab Oktober werde es „definitiv kein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem geben, sondern lediglich viele Insellösungen“, sagte ein Sprecher. Ein Vertreter des Umweltminsiteriums sagte, ab Oktober sei es mit der „Zettelwirtschaft“ vorbei. Er hoffe, dass die unterschieldichen Systeme bald zusammenwachsen.

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