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Sparpläne: Verdi: Telekom-Mitarbeiter werden überfahren

Kritik an den Sparplänen der Telekom: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi attackiert die Konzernführung des Bonner Kommunikationsunternehmens. Der Vorwurf: Die Telekom will die Arbeitnehmer beim Konzernumbau umgehen.

Die Gewerkschaft Verdi wirft der Deutschen Telekom vor, die Arbeitnehmervertreter beim geplanten weiteren Konzernumbau umgehen zu wollen. "Es geht nicht mehr darum, Verständigung zu suchen, es geht um Überfahren", sagte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder am Freitag dem Deutschlandradio Kultur.

Die Telekom habe den mit Verdi ausgehandelten Vertrag verletzt, indem sie zuerst die Politik und erst dann den Betriebsrat über ihre Pläne zur Zusammenlegung von Standorten und Auslagerung von Betriebsteilen informiert habe. Der "Geist des Betriebsverfassungsgesetzes, der auf Verständigung ausgerichtet ist", werde durch diese Vorgehen ausgehebelt, klagte Schröder, der auch Vize-Aufsichtsratschef des Bonner Konzerns ist.

Verdi: Telekom hat schlechtes Image

Auch inhaltlich kritisierte Schröder die Sparpläne der Telekom. Der Konzern habe "kein Kosten-, sondern ein Umsatzproblem", sagte der Gewerkschafter. Telekom-Chef René Obermann sei "auf dem falschen Weg, wenn er glaubt, den Konzern gesund sparen zu können und das Ganze auf dem Rücken des Personals auszutragen", fügte Schröder hinzu.

Es sei nicht möglich, die Beschäftigten zu Gegnern zu machen und dann mit diesen Mitarbeitern zu versuchen, abwandernde Kunden zurückzugewinnen. Die Telekom habe in der Öffentlichkeit ein schlechtes Image und sorge dafür, dass es sich weiter verschlechtere: "Und so lange es schlecht ist, wird sie ihr Umsatzproblem nicht lösen."

Die Telekom hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass sie in 39 von bislang 63 Städten ihre Callcenter schließen und zudem die Technikzentren in eine externe Gesellschaft auslagern will. Rund 8000 der 18.000 Mitarbeiter von Servicezentren sollen demnach an anderen Standorten unterkommen. Die bundesweit 6000 Beschäftigten der Technikzentren müssten bei einer Auslagerung länger arbeiten und würden weniger verdienen. (iba/AFP)

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