Spin-off : Osram nimmt einen Umweg an die Börse

Siemens sagt den Börsengang ab, will sich aber weiterhin von der Lichttochter trennen. Jetzt ist eine Abspaltung geplant: Die Siemens-Aktionäre sollen die Osram-Aktien bekommen. Der Konzern verzichtet auf den Emissionserlös.

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Osram: Der Lichtmarkt ist im Umbruch, hohe Investitionen sind nötig, dazu will Siemens die Tochter auf eigene Beine stellen.
Osram: Der Lichtmarkt ist im Umbruch, hohe Investitionen sind nötig, dazu will Siemens die Tochter auf eigene Beine stellen.Foto: ddp

Siemens sagt den lang geplanten und immer wieder verschobenen Börsengang seiner Lichttochter Osram ab. Das schwierige Kapitalmarktumfeld lasse auch in den kommenden Monaten einen klassischen Börsengang unwahrscheinlich erscheinen, sagte Siemens-Chef Peter Löscher. An dem Ziel, sich von Osram zu trennen, hält Siemens zwar fest, wählt aber einen anderen Weg. Osram soll abgespalten und an die Siemens-Aktionäre abgegeben werden. Einen Spin-Off nennen die Experten das. Wie die Aktien abgegeben werden sollen, ob sie zum Beispiel als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden, sagte Siemens nicht. Ein Emissionserlös für Siemens fällt damit aus.

Klar ist, dass Siemens langfristig eine Minderheit an Osram behalten will. „Unsere Absicht, Ankeraktionär zu bleiben, ist davon unberührt“, sagte Löscher. Siemens will sich von Osram trennen, weil der Konzern nicht bereit ist, die hohen Investitionen etwa in die LED-Technik zu stemmen, die das sich stark wandelnde Lichtgeschäft nötig macht. Eigenständigkeit und Börsennotierung sollen Osram flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten bringen. Die Aktionäre müssen dem Spin-Off auf der Hauptversammlung im Januar noch zustimmen. Die Börsennotierung ist dann für das Frühjahr 2013 geplant.

Osram hat im vergangenen Jahr mit 40 000 Mitarbeitern rund fünf Milliarden Euro Umsatz und 400 Millionen Euro Betriebsgewinn gemacht. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen noch knapp 10 000 Mitarbeiter. Im Januar hatte das Unternehmen angekündigt, bis zum Jahr 2014 rund 1000 Stellen zu streichen. Für Berlin, wo Osram Lampen für die Automobilindustrie und Speziallampen herstellt, bedeutete dies den Abbau von 400 Stellen. Die Hälfte davon sei bereits abgebaut, sagte ein Sprecher, ohne Kündigungen. Derzeit beschäftigt Osram in Berlin noch gut 1500 Menschen.

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