SPINAT IM TEST Der mit dem Blubb siegt : Grüne Gefahr

Einige Produkte sind stark mit Keimen belastet

Tina-Marlu Kramhöller

Er gilt als besonders gesund und ist dazu für viele auch sehr lecker: Spinat kommt bei den Deutschen deshalb gerne und oft auf den Teller, egal ob gehackt und mit Sahne verfeinert oder in ganzen Blättern. In seltenen Fällen ist das grüne Gemüse allerdings auch gefährlich, wie die Stiftung Warentest in ihrem Test von 17 tiefgekühlten Rahm- und zwölf Blattspinatsorten herausgefunden hat.

Testsieger beim Rahmspinat war „der mit dem Blubb“ von Iglo. Der ist aber auch einer der teuersten. Eine durchschnittliche 150-Gramm-Portion kostet 27 Cent. Ebenso „gut“, aber mit zwölf Cent pro Portion sehr viel günstiger, ist die Marke Greenland von Penny. Bei den Blattspinaten schnitt der Ökospinat Prima Bio von Aldi (Nord) für 40 Cent pro Portion am besten ab. Die weiteren drei Bio-Marken im Test landeten jedoch auf den letzten Plätzen, weil die Hersteller die enthaltenen Zutaten nicht korrekt deklariert haben.

Bei einigen Rahmspinatsorten hatten die Tester jedoch Schwerwiegenderes zu beanstanden. Die Produkte von Börde Feinfrost, Plus und Tip waren stark mit Listerien belastet. Diese Keime geraten oft über Tierkot in die Nahrung des Menschen. Wird der Spinat unsauber in der Fabrik verarbeitet, erhöht sich das Risiko der Verunreinigung. Kein Grund zur Sorge besteht nur, wenn man den Spinat mindestens zwei Minuten lang auf mehr als 70 Grad erhitzt – die Keime sterben dann ab. Besonders ältere und geschwächte Menschen sollten darauf achten. Denn schlimmstenfalls führen Listerien zu Blutvergiftungen. Auch Schwangere sollten vorsichtig sein: Bei ihnen besteht sonst die Gefahr von Fehl- oder Frühgeburten.

Nicht nur Keime können Spinat belasten, wie beim Salat können Nitrate enthalten sein. Fünf Rahmspinatprodukte im Test waren davon stark betroffen, darunter die Produkte der Edeka-Marke Gut und Günstig und des Tiefkühllieferanten Bofrost. Nitrate sind eigentlich harmlos, doch Mikroorganismen können sie in das krebserregende Nitrit umwandeln. Deshalb, so raten die Tester, sollte Spinat nicht warmgehalten werden. Bei den Blattspinaten war der Nitratgehalt deutlich geringer: Wenige Stiele im Produkt machen hier den Unterschied.

Die deutlichsten Unterschiede bei den Ergebnissen ergab die Geschmacksprüfung. Kein Spinat schmeckte wie der andere. Der Rahmspinat von Frenzel war laut Testergebnis ungenießbar und somit „mangelhaft“, er schmeckte „muffig“ und „modrig“ und enthielt viele braune Blätter. Auch einige Blattspinate hatten geschmackliche Durchhänger, mal waren sie faserig und mal bitter.

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