Wirtschaft : "Sponsoring Forum 2000": König Kunde will verwöhnt werden

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Wie wichtig ist noch das Marketing? Das Internet kommt ohne aus, und was läuft in Zukunft nicht über das Internet? Die Devise ist klar: Das Marketing muss effizienter, professioneller und personengebundener werden. In dieser Hinsicht erfährt das Sponsoring immer mehr an Bedeutung, so der Tenor von Bernd Michael, dem Agenturchef von Grey Europe, am Mittwoch auf dem dritten Deutschen Sponsoring-Kongress "Sponsoring Forum 2000" in Berlin. Das Problem: Die "Aldisierung" - alles ist austauschbar, weil immer mehr Produkte ähnliche Qualität aufweisen, dabei von Verbraucherzentralen die Note gut erhalten und der Verbraucher die Ware präferiert, die am billigsten ist.

Beispielhaft stelle man sich ein Regal voller Haarspraysorten vor. Ähnlich groß, ähnlich bunt und ein nahezu gleicher Inhalt. Der Verbraucher wählt nach dem Preis, der scheinbar den einzigen Unterschied zwischen den Produkten darstellt. Hier hat das Marketing klar versagt.

Fakt ist, dass nicht das Angebot knapper wird, sondern die Wünsche der Verbraucher. "Wer alles hat, der braucht nichts mehr. Die Deutschen sind einfach nicht mehr konsumfreudig", sagt Michael. Das bedeute, dass bei den Verbraucher nicht die Bedarfsdeckung sondern das Verwöhnshopping geweckt werden müsse. Hier setzt das Sponsoring im Marketingbereich an.

Als etablierte Erscheinungsformen des Sponsoring sind unter anderen Sportsponsoring, Kunstsponsoring und Ökosponsoring zu nennen. Ähnlich wie bei der Werbung soll das Sponsoring zur Steigerung der Bekanntheit des Unternehmens sowie Einstellungsänderungen der Verbraucher beitragen und Imagepflege betreiben. Die Abgrenzung liegt lediglich in der Geschäftsbeziehung zwischen Sponsor und Gesponsorten. Emotionalität und Kreativität sind hier gefragt, sagt Michael. Am bekanntesten dürfte hier Boris Becker mit "Ich bin drin" und Heather Locklear mit "Weil ich es mir wert bin" sein. Dabei werden gezielt bekannte und beliebte Protagonisten eingesetzt, wie auch die Gottschalk-Brüder für die "Aktie Gelb" der Deutschen Post, um die Beliebtheit des Unternehmens zu steigern. Sponsoring und professionelles Marketing ist besonders wichtig für Markenware. Händlerwaren wie H & M oder Ikea kommen theoretisch auch mit klassischer Werbung aus. Aber auch ohne Marketing kann man Erfolg schreiben. Die Umsatzzahlen und Warteschlangen bei Aldi belegen das.

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