Sportartikel : Adidas enttäuscht die Anleger

Der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt braucht länger als erwartet, um die Folgen der Wirtschaftsflaute zu überwinden. Adidas hofft auf die Fußball-WM.

Herzogenaurach -  Adidas-Chef Herbert Hainer kündigte gestern am Konzernsitz in Herzogenaurach an, der Gewinn werde dieses Jahr vermutlich 400 bis 450 Millionen Euro erreichen. Das wäre wesentlich weniger als vor der Rezession: 2008 erzielten die Franken noch einen Überschuss von 642 Millionen Euro.

Analysten zeigten sich schwer enttäuscht von der Prognose. Der Aktienkurs brach zeitweise um 7,5 Prozent auf 35,20 Euro ein. Das Papier erholte sich etwas, aber Adidas blieb mit Abstand der größte Verlierer im Dax. „Die Vorhersage liegt deutlich unter unseren Erwartungen“, urteilten die Experten von Barclays Capital. Damit nicht genug: Der Umsatz wird 2010 nur moderat zunehmen. Hainer stellt ein Plus im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich in Aussicht. 2009 sind die Erlöse um vier Prozent auf 10,4 Milliarden Euro zurückgegangen.

Größter Hoffnungsträger der ganzen Sportbranche ist die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in Südafrika. „Wir werden dieses Jahr definitiv unseren bisherigen Umsatzrekord mit Fußballartikeln von 1,3 Milliarden Euro übertreffen“, sagte Hainer. Auf diesem Feld sehen auch Branchenexperten Adidas auf gutem Weg. „Adidas hat in einem WM-Jahr immer einen höheren Anteil an unseren Verkäufen“, sagt Klaus Jost, Chef der in Europa führenden Einkaufskooperation Intersport. „Die WM sorgt für zusätzliche Umsätze von Mai bis Juli“, bekräftigt auch Jens Fischer von der Sporthandelskette Sport 2000.

Doch die WM allein kann die Sportbranche noch nicht aus dem Tal der Tränen ziehen. Die Hersteller schmerzt vor allem der Einbruch im Wachstumsmarkt China. Dort sind die Erlöse von Adidas im vergangenen Jahr um zehn Prozent zurückgegangen. „Durch Olympia hatte sich ein Überbestand an Ware aufgebaut“, begründete Hainer die schlechten Zahlen. Erst im zweiten Halbjahr werde es in China wieder aufwärtsgehen. HB

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