Wirtschaft : Springer gibt viel Geld im Internet aus

Berlin - Das Medienunternehmen Axel Springer baut mit dem Kauf des Berliner Online-Marketing-Dienstleisters Zanox sein Internetgeschäft massiv aus – plant aber kurzfristig keine weiteren Übernahmen in dieser Größenordnung. „Die Übernahme ist die größte und wichtigste Onlinetransaktion in der Geschichte unseres Unternehmens“, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am Mittwoch. Die Beteiligung sei nicht der letzte Onlinezukauf gewesen. „Nun holen wir aber erst einmal Luft“, sagte Döpfner. Zanox ist ein international erfolgreicher Spezialist für Internetwerbung mit namhaften Kunden wie Amazon, Ebay oder BMW. Das Berliner Unternehmen, dessen dreiköpfiger Vorstand im Amt bleibt, beschäftigt weltweit 275 Mitarbeiter und verdoppelte 2006 den Umsatz auf 107 Millionen Euro.

Springer hatte am Dienstagabend zusammen mit der Schweizer Publi-Groupe den Kauf von Zanox für 214,9 Millionen Euro angekündigt. Zusammen mit erfolgsabhängigen Zahlungen kostet die Übernahme – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung – „nicht mehr als 300 Millionen Euro“, so Döpfner. 60 Prozent finanziert Springer, 40 Prozent die Publi-Groupe. Der Kaufpreis entspricht dem 26-fachen des Zanox-Vorsteuergewinns (Ebitda) von acht Millionen Euro. „Der Preis ist angemessen“, sagte der Springer-Chef. Microsoft habe kürzlich für den Onlinewerbevermarkter Aquantive das 68-fache des Ebitdas bezahlt.

Zanox-Chef Thomas Hessler hofft, dass ein „dynamisches Trio“ entsteht. In den Verhandlungen, die sich über Monate hinzogen, pokerten die Zanox-Gründer sowie ein nicht genannter asiatischer Investor offenbar erfolgreich. Trotz des hohen Preises kann Zanox operativ unabhängig operieren und wird nicht in den Springer-Konzern eingegliedert. Dafür soll sich auch Zanox-Aufsichtsratschef Mario Mathias Ohle, Partner der Sozietät Taylor Wessing, eingesetzt haben. mot

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