Wirtschaft : Standhaft verbündet

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CEs ist an der Zeit, klar Stellung zu beziehen... es geht um die Entscheidung zwischen Diktatur und Demokratie.“ So lauteten die Worte von Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen vor knapp zwei Jahren, als USPräsident George W. Bush Saddam Hussein ein letztes Ultimatum gestellt hatte, um einen Krieg doch noch abzuwenden.

Und tatsächlich bezog Rasmussen Stellung. Dänemark war eines von nur fünf Ländern, die Kampftruppen in den Irak schickten – neben den USA, Großbritannien, Polen und Australien. 525 dänische Soldaten sind derzeit in Basra unter britischem Kommando im Einsatz. Erst vor zwei Monaten votierte das dänische Parlament mit überwältigender Mehrheit für den vorläufigen Verbleib des Kontingents im Irak. Und vergangenes Jahr beschloss das Land mit nur 5,5 Millionen Einwohnern, sein Verteidigungsbudget zu erhöhen und das Militär neu zu ordnen, um in der Lage zu sein, die Zahl der Soldaten für internationale Einsätze auf 2000 zu verdoppeln.

Ein standhafter Verbündeter der USA zu sein, hat Rasmussens Popularität nicht geschadet. Im Gegenteil. Am 8.Februar wird in Dänemark gewählt, und Umfragen zufolge wird seine Koalition die Mehrheit im Parlament behaupten. Wie die beiden anderen Kriegsbeteiligten, die kürzlich wiedergewählt wurden – US-Präsident Bush und Australiens Premier Howard – ist auch Rasmussen ein Wirtschaftsreformer, wenngleich ein behutsamerer. Eine Politik des freien Marktes einzuführen, ist in dem skandinavischen Land mit seiner Wohlfahrtstradition schwieriger als in der angelsächsischen Welt. Nach annähernder Stagnation erholte sich die Wirtschaft 2004 und wuchs um 2,2 Prozent. Für 2005 wird ein Wachstum von 2,5 Prozent erwartet. Die Wirtschaftsreform und das Irak-Engagement waren die wesentlichen politischen Entscheidungen in Rasmussens erster Amtszeit. Nur neun Tage nach den ersten freien Wahlen im Irak können die Dänen den Mann wiederwählen, der sicherstellte, dass ihr Land eine wichtige Rolle dabei spielte, die Wahlen im Irak zu ermöglichen.

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