Wirtschaft : Starinvestor glaubt nicht mehr an Gold Soros verkauft Edelmetall

für 800 Millionen Dollar

Richtiger Riecher. George Soros stieg aus, bevor der Goldpreis fiel. Foto: AFP
Richtiger Riecher. George Soros stieg aus, bevor der Goldpreis fiel. Foto: AFPFoto: AFP

New York/Boston - US-Starinvestor George Soros hat im ersten Vierteljahr 2011 fast seine gesamten Goldbestände im Wert von knapp 800 Millionen Dollar verkauft. Andere große US-Investoren zogen sich ebenfalls aus dem Edelmetall zurück, wie aus Meldungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. In den USA sind institutionelle Investoren dazu verpflichtet, ihre Transaktionen quartalsweise an die SEC zu melden. Die Dokumente geben Einblick in die Spekulationen von Hedgefonds.

Soros hatte die Preisentwicklung beim Gold schon Anfang 2010 als die „ultimative Blase“ bezeichnet. Den SEC-Daten zufolge stieß er sein Gold lange vor dem jüngsten Preisrutsch am Rohstoff-Markt ab – Berichte über seine Verkäufe waren einer von mehreren Auslösern für den Kollaps der Kurse.

Um in Gold zu investieren, griffen die Investoren vor allem auf börsennotierte Indexfonds (ETFs) zurück, die das Edelmetall in ihren Portfolios hielten. Soros besaß Ende März Anteile am weltweit größten Produkt dieser Art, dem SPDR Gold Shares, und ähnlichen Fonds im Wert von sieben Millionen Dollar. Das war nur noch ein Bruchteil der 774 Millionen Dollar, die er Ende Dezember 2010 angelegt hatte. Soros’ Verkäufe ergäben Sinn, sagte Mark Luschini, Chef-Investmentstratege beim Finanzdienstleister Janney Montgomery Scott. Denn der Hedgefondsmanager habe seine Gold-Investitionen mit der Furcht vor Deflation begründet. Angesichts der jüngsten Entwicklung sei dies aber unwahrscheinlicher geworden.

Auch Eric Mindich, Chef des Hedgefondsanbieters Eton Park Capital Management, hat seine Investitionen in Gold- ETFs der SEC zufolge im ersten Quartal halbiert. Und Paul Touradji, der einen der weltweit größten Hedgefonds auf Rohstoffe verwaltet, verkaufte Anteile am SPDR Gold Shares im Wert von 25 Millionen Dollar. Der bekannte Gold-Optimist John Paulson hielt dagegen an dem Edelmetall fest und behielt seine Anteile am SPDR Gold Shares im Wert von 4,4 Milliarden Dollar. rtr

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