Steigende Einfuhrpreise : Importe verteuern sich wie zuletzt 1981

Einfuhrpreise steigen im Dezember um zwölf Prozent – das könnte die Inflation insgesamt anheizen

von Carsten Brönstrup

Wiesbaden - Die Preise für Importe wie Rohöl, Erz, Getreide oder Kaffee sind im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht. Die Importeure mussten 2010 im Schnitt 7,8 Prozent mehr für die Güter zahlen als 2009, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Im Dezember kletterte die Jahresteuerungsrate für Importe sogar auf zwölf Prozent – das war der höchste Anstieg seit knapp 30 Jahren.

Teurer für die Importeure wurden besonders Erdöl, Erdgas und Erze, Mineralöl-Erzeugnisse und Metalle. Die Preise für Rohöl etwa stiegen demnach vor allem im ersten Drittel und in den letzten drei Monaten des Jahres 2010 – insgesamt um rund 38 Prozent. Die Verbraucher bekamen das zu spüren: Für Autofahrer war das vergangene Jahr laut ADAC das teuerste aller Zeiten. Erzimporte, wichtig für die Stahlindustrie, verteuerten sich um 36 Prozent, Metallimporte um 31 Prozent. Kräftige Aufschläge gab es auch auf importierte Rohstoffe für Lebensmittel: Getreide aus dem Ausland war um rund 18 Prozent teurer als 2009, Rohkaffee um 32 Prozent. Milch und Milchprodukte verteuerten sich um knapp zehn Prozent.

Im Dezember 2010 stiegen die Importpreise laut Statistik um zwölf Prozent im Vergleich zum Dezember 2009. Solch einen Anstieg hatte es zuletzt im Oktober 1981 gegeben – damals betrug er 13,7 Prozent. Für die hohe Steigerung im Dezember waren vor allem die höheren Importpreise für Öl und Gas verantwortlich. Eisenerz war fast doppelt so teuer wie im Dezember 2009. Auch bei Getreide, Rindfleisch und Milch stiegen die Preise für die Importeure kräftig an.

Als eine der Ursachen für die Verteuerung gilt die Euro-Schwäche. Da Deutschland den größten Teil seiner Vorprodukte und Rohstoffe importiert, könnten die Preissteigerungen bald auch die Verbraucher treffen. „Der Druck in der deutschen Inflations-Pipeline wächst“, sagte Unicredit-Analyst Andreas Rees. Auch die anstehenden Tarifverhandlungen im Chemie- und Baubereich könnten für weiter steigende Preise sorgen. (mit AFP)

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