Wirtschaft : Steilmann macht fünf Textilwerke in Deutschland dicht

Der Textilhersteller Steilmann will noch in diesem Jahr fünf Werke in Deutschland mit 650 Arbeitsplätzen schließen. Künftig setzt Steilmann mehr auf Fertigung im Ausland. Die Werke in Bochum-Wattenscheid, Dülmen, Aschendorf, Lauenburg und Uelzen seien nicht mehr zu halten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Neben der Verwaltung in Bochum-Wattenscheid blieben in Deutschland nur noch die Produktionsbetriebe in Essen und Cottbus sowie ein Aufbereitungsbetrieb in Dülmen. Ein genauer Termin für die Schließungen stehe noch nicht fest. Ziel sei es, den Anteil der Fertigung in Deutschland auf ein branchenübliches Maß zurückzuführen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Nach Informationen der Gewerkschaft IG Metall hatte die Bochumer Klaus Steilmann GmbH & Co. KG bisher unter den größeren deutschen Textilherstellern mit neun Prozent den höchsten Inlandsanteil bei der Fertigung. Der Rest wird nach Unternehmensangaben in Osteuropa - vorrangig in Rumänien - hergestellt.

Die Gewerkschaft kündigte Proteste gegen die Entscheidung an. Außerdem soll über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die Beschäftigten verhandelt werden. Die Schließung des Werkes im Dülmen sei unverständlich, sagte der Münsteraner IG-Metall- Geschäftsführer Guntram Schneider. Das Werk schreibe schwarze Zahlen. Die Beschäftigten hätten Akkordsätze von 150 Prozent erarbeitet.

Die Steilmann-Gruppe hatte 1998 mit 18 000 Beschäftigten 1,35 Milliarden Mark umgesetzt. Das Unternehmen will sich im Inland vor allem auf die Entwicklung von Produkten und Technologie konzentrieren. Außerdem sollen in Deutschland Musterteile und Kleinstserien produziert werden. "Nur wenn wir unsere Ausgangssituation gezielt und nachhaltig verbessern, schaffen wir den Sprung in die Weltliga", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, der im Herbst von der Hugo Boss AG nach Wattenscheid gewechselte Joachim Vogt.

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