Wirtschaft : Steuerschlupfloch

FRIEDERIKE BECKER

Im Zusammenhang mit Steueränderungen wird immer wieder die Schließung von Steuerschlupflöchern diskutiert.Darunter versteht man die Möglichkeit für einen Steuerzahler, durch Sonderabschreibungen Steuern zu sparen.Die Methode: Man investiert, und die dadurch entstehenden Verluste kann man steuerlich absetzen.Da sich die Steuerzahlungspflicht prozentual nach dem Einkommen bemißt, können Steuerzahler, die ihr Einkommen durch Sonderabschreibungen vermindern, die Steuerschuld senken.

Umfangreiche Abschreibungsmöglichkeiten bietet Paragraph 7 des Einkommensteuergesetzes und Paragraphen 2, 3 und 4 des Fördergebietsgesetzes.Die Steuerreform schränkt diese Chance voraussichtlich ein.Befristete Sonderabschreibungen werden nicht betroffen sein.Sie enden zu dem ursprünglich im Gesetz vorgesehenen Termin.Nach dem Fördergebietsgesetz können besonders Investitionen in ostdeutsche Immobilien zu einer Steuersenkung führen.So kann man zum Beispiel 40 Prozent der Kosten umgehend absetzen, die für die Modernisierung einer Wohnung oder eines Hauses in Berlin oder in den neuen Bundesländern anfallen.Außerdem erlauben die Beteiligung an einem Schiff- oder Flugzeugfonds dem Steuerzahler Abschreibungen.

Solche Steuersparmodelle wenden sich an Spitzenverdiener, die sich besonders unter Zugzwang sehen, ihre hohe Steuerschuld zu drücken.Wer gut verdient, hat eher die Möglichkeit, in - noch - steuerlich geförderte Projekte zu investieren als Normalverdiener.Steuerschlupflöcher wie die Investition in sanierte Ost-Immobilien nach dem Fördergebietsgesetz werden zwar in der Öffentlichkeit kritisch beäugt, sind aber legal.Daher darf man solche Sparmodelle nicht mit der Steuerhinterziehung verwechseln.Denn bei der Steuerhinterziehung handelt es sich um eine Straftat.

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