Wirtschaft : Stichwort Auffanggesellschaft

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Nach der Insolvenz des Philipp-Holzmann-Konzerns ist der Ruf nach einer Auffanggesellschaft für das vor der Pleite stehenden Unternehmens laut geworden. Diese solle die Zerschlagung des Unternehmens gewährleisten, mit dem Ziel, weite Teile des Konzerns und damit einen großen Teil der Arbeitsplätze zu retten. Auffanggesellschaften können vom Insolvenzverwalter, der öffentlichen Hand oder interessierten Personen gegründet werden. Eine besondere Rechtsform ist nicht vorgesehen.

Die Auffanggesellschaft übernimmt nur das Vermögen, die Schulden verbleiben beim Altunternehmen. Derjenige, der die Auffangesellschaft gründet, zahlt für die Übernahme des Vermögens einen Kaufpreis an das Altunternehmen. Der Kaufpreis wird dazu verwendet, einen Teil der Schulden zu begleichen. Neben der Trennung von Vermögen und Schulden ist ein weiteres Prinzip der Auffanggesellschaft die Trennung von rentablen und maroden Betriebsteilen: nur die produktiven Teile werden herausgelöst und weiter betrieben.

Die Auffanggesellschaft übernimmt auch die Beschäftigten des Altunternehmens. Im Falle Holzmann komme ein solches Konzept allerdings nur für Teile der Belegschaft in Frage, nicht für die gesamte Konzern-Belegschaft, sagte Eberhard Wiedemann vom Institut für Arbeits- und Berufsforschung des Bundesanstalt für Arbeit am Dienstag. Nach seiner Einschätzung ist Holzmann für eine Auffanggesellschaft zu groß.

Als GmbH oder Verein habe eine Auffanggesellschaft in der Regel die Aufgabe, so Wiedemann, betroffene Arbeitnehmer "mit vertretbaren Mitteln und ohne Zeitdruck" für eine neue Beschäftigung weiterzubilden, umzuschulen oder mit Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen eine Übergangslösung zu bieten. In den neuen Bundesländern bestehen derzeit rund 300 solcher ABM-finanzierter Gesellschaften. Einem Teil der Beschäftigten gelingt nach den Erfahrungen Wiedemanns aus anderen Projekten der Sprung zurück in den ersten Arbeitsmarkt. Für einige sei die Auffanggesellschaft aber auch eine Zwischenstation bis zu Rente.

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