Wirtschaft : Stinnes: Die Logistik-Gruppe erwartet Rekordergebnis

Nach dem Verkauf der Baustoffsparte steuert die Logistik-Gruppe Stinnes im Jahr 2000 erneut ein Rekordergebnis an. Die Entwicklung werde von den Bereichen Verkehr, Chemie und Werkstoffe getragen, teilte die Stinnes AG am Montag mit. Sie wiesen bei Umsatz und Ergebnis zweistellige Wachstumsraten auf. Das Betriebsergebnis nahm in den ersten neun Monaten - bereinigt um die Baustoffaktivitäten - um 24,8 Prozent auf 160,8 Millionen Euro (315 Millionen Markt) zu. Der bereinigte Konzernumsatz stieg um 14 Prozent auf rund acht Milliarden Euro.

Der Umbau des Konzerns zum Logistikdienstleister sei mit dem Verkauf von Raab Karcher Baustoffe an die französische Saint-Gobain S.A. weitgehend vollzogen, teilte Stinnes weiter mit. Das für den Baustoffbereich verantwortliche Vorstandsmitglied Michael Dornia werde das Unternehmen zum Jahresende verlassen. Im vergangenen Jahr hatte Stinnes das Konzernergebnis um 32 Prozent auf 165 Millionen Euro gesteigert. Der Konzernumsatz nahm um vier Prozent auf 11,76 Milliarden Euro zu.

Als ersten großen Schritt beim Ausbau seiner Markpositionen nannte Stinnes die Übernahme der Holland Chemical International (HCI). Die Tochtergesellschaft Brenntag werde damit vorbehaltlich der Zustimmung der EU-Kommission mit einem Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro Weltmarktführer in der Chemielogistik. Rückwirkend zum 1. Januar 2000 hat Brenntag den spanischen Spezialchemie-Distributeur Julia/Parrera (Barcelona) übernommen.

"Dies ist ein weiterer Schritt zum Ausbau unseres Geschäfts mit den renditestarken Spezialchemikalien", erklärte Stinnes-Vorstandschef Wulf Bernotat. Die spanische Gesellschaft, die Unternehmen der Pharma-, Nahrungsmittel- und Chemieindustrie beliefert, setzt rund 40 Millionen Euro (78 Millionen Mark) um. Erfolgreich verlaufe auch der Einstieg in den E-Commerce, in den Stinnes in diesem und im kommenden Jahr zusammen rund 40 Millionen Euro investieren will. Dadurch werde bis zum Jahr 2004 ein Mehrumsatz von rund 1,1 Milliarden Euro und ein Ergebnisbeitrag vor Steuern und Zinsen von rund 60 Millionen Euro erwartet.

Nach Angaben Bernotats werde es auf der Eigentümerseite keine Veränderung geben. Zwar wolle die Muttergesellschaft Eon sich ganz von Stinnes trennen, doch geschehe dies wahrscheinlich nicht vor 2002.

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