Wirtschaft : Strategische Allianz gegen den Schmerz

HEIKO SCHWARZBURGER

BERLIN .Die Berliner Forschungsfirma Noxxon Pharma AG und der Pharmahersteller Grünenthal GmbH aus Aachen gehen für die Entwicklung gentechnisch hergestellter Schmerzmittel eine strategische Allianz ein.In die Kooperation bringt Grünenthal 15 Mill.DM ein.Etwa die gleiche Summe schießt das Bundesforschungsministerium zu.Spätestens in fünf bis zehn Jahren wollen die Partner neue Wirkstoffe zur Bekämpfung chronischer Schmerzen auf den Markt bringen.Chronische Schmerzen haben ihre Ursache häufig in einer genetisch defekten Produktion von Botenstoffen und Rezeptoren im Rückenmark sowie im zentralen Nervensystem.Beide Proteine sind maßgeblich am Schmerzkanal beteiligt.Sie zu erkennen und Wirksubstanzen zur Reparatur maßzuschneidern, hat sich Noxxon Pharma zur Aufgabe gemacht.Das junge Unternehmen setzt dabei ganz auf sogenannte Spiegelmere, kleine bewegliche Molekülketten, die sich durch gezielte genetische Veränderungen relativ schnell herstellen lassen.Sie greifen in den Schmerzkanal ein, indem sie die Signalkette aus unzähligen Proteinen anregen oder blockieren.Für diese Vorlaufarbeiten erhält Noxxon im Rahmen der Allianz 2,8 Mill.DM."Bisher haben wir 14 Mitarbeiter, davon 11 in der Forschung", sagte Noxxon-Vorstandsmitglied und Mitinhaber Jens Fürste."Diese Zahl soll auf 25 steigen"."Übernimmt Noxxon die Identifizierung der Moleküle und ihre chemische Bestimmung, so werden diese Wirkstoffe bei uns später zur klinischen Reife entwickelt", erklärte Peter Klemm von Grünenthal.Für Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers ist die Allianz ein Meilenstein auf dem Weg Berlins zum Kompetenzzentrum für molekulare Medizin.In einem nächsten Schritt stellte er mehr als 100 Mill.DM Förderung für das neue Netzwerk "RNA-Technologie" in Aussicht, zu dem sich gegenwärtig rund 40 Forschungsinstitute und Firmen der Region Berlin-Brandenburg zusammenfinden.

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