Wirtschaft : Streit um den Markt für Auto-Teile

Berlin - Eine Reihe von Politikern und Verbänden protestiert gemeinsam gegen die beherrschende Stellung der Autohersteller auf dem Ersatzteilmarkt. „Durch die unheilige Verbindung von Bundesregierung und Autoindustrie soll die mittelständische Konkurrenz vernichtet werden. Es geht um unsere Existenz“, sagte Hartmut Röhl, Präsident des Verbandes Autoteile-Handel (GVA), am Dienstag in Berlin.

In Deutschland haben zwar schon jetzt per Gesetz nur die Autohersteller das Recht, sichtbare Ersatzteile wie Motorhauben, Außenspiegel oder Windschutzscheiben zu vertreiben. Die Hersteller sind jedoch an eine Vereinbarung mit der Bundesregierung gebunden, nach der sie die Konkurrenz freier Anbieter dulden müssen. Die haben 15 Prozent Marktanteil. Am 19. November entscheidet der EU-Ministerrat über eine Novellierung der sogenannten Designschutz-Richtlinie. Die EU will den Markt für Ersatzteile europaweit liberalisieren. Der GVA befürchtet, dass sich die Regierung auf Druck der Autoindustrie gegen diese Absicht sperrt. „Sollte das EU-Vorhaben scheitern, wäre das das Ende für die freien Ersatzteil-Hersteller“, sagte Röhl.

Unterstützung bekommt der GVA von Verbrauchern und Politikern. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Krings sagte, die Regierung dürfe sich aus ökonomischen und verbraucherpolitischen Gründen nicht gegen die Liberalisierung sperren. Johann Grill vom ADAC sprach sich für Wettbewerb aus: „Ersatzteile von freien Wettbewerbern sind billiger und qualitativ hochwertig.“ Das Wirtschaftsministerium hat sich noch nicht abschließend zu dem Vorhaben geäußert: „Es gibt gute Gründe, die für den Fortbestand des Designschutzes sprechen. Insbesondere wird durch ihn geistiges Eigentum gesichert“, sagte Sprecherin Charlotte Lauer. jpe

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