Wirtschaft : Strom soll 2002 teurer werden

Strom wird teurer. Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) rechnet für das Jahr 2002 mit höheren Preisen für die Privathaushalte. Grund sei unter anderem die Ökosteuer, die die privaten Haushalte stärker belaste als die Industrie, sagte VDEW-Präsident Günter Marquis auf der Hannover Messe. Nach durchschnittlich 41 Euro pro Monat in den Jahren 2000 und 2001 erwartet der VDEW für einen Haushalt mit drei Personen im laufenden Jahr 44,5 Euro Stromkosten monatlich.

Nach Angaben des VDEW schlagen sich auch die gestiegenen Brennstoffpreise auf die Stromkosten nieder. So seien seit der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 der jährliche Durchschnittspreis für Importsteinkohle um 45 Prozent, der für Erdgas um 37 Prozent gestiegen. Zudem wertete Marquis die Anhebung als "Ausdruck der Rückkehr zur Normalität" in einem Wettbewerbsmarkt.

Bis zum Jahr 2030 sollen nach Vorstellungen der Bundesregierung rund 25 Prozent des Strombedarfs durch Windräder gedeckt werden, berichtete der Bundesverband Wind-Energie (BWE) aus Osnabrück am Montag. Der Ausbau der Windkraft wird nach Einschätzung von Experten in diesem Jahr für 3000 neue Arbeitsplätze in Deutschland sorgen, teilte der BWE mit. Bisher seien in der Branche 35 000 Menschen beschäftigt. Deutschland habe mit 8750 Megawatt die weltweit höchste installierte Windkraft-Leistung. Die bestehenden etwa 11 500 Anlagen könnten 3,5 Prozent des Stroms für Deutschland erzeugen. Für das laufende Jahr rechneten die Fachleute mit einer zusätzlichen Leistung von 2500 bis 3000 Megawatt.

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