Wirtschaft : Strommarkt: RWE schafft die Wende im Stromgeschäft

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Der Essener Energieversorger RWE hat nach eigenen Aussagen die Wende im Stromgeschäft geschafft. Zwar liege das Energie-Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 (30. Juni) noch leicht unter dem Vorjahreswert. "Im letzten Quartal des Geschäftsjahres gelang es jedoch, den seit sieben Quartalen anhaltenden Negativtrend im Stromgeschäft umzukehren", teilte der Vorstand von RWE am Dienstag im vorläufigen Geschäftsbericht mit.

Ausschlaggebend für den Ergebnisaufschwung seien vor allem die jetzt wieder stabilen Strompreise in Deutschland. Dadurch habe man Belastungen, etwa aus neuen Energiegesetzen oder höheren Brennstoffkosten bei der Stromerzeugung, entgegenwirken können. RWE und andere deutsche Energieversorger hatten infolge der Liberalisierung der Strommärkte in der Vergangenheit mit den gesunkenen Strompreisen zu kämpfen. Auch das von RWE eingeführte Kostensenkungsprogramm habe gegriffen, teilte das Unternehmen am Dienstag weiter mit. Die Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro innerhalb eines Jahres fielen zu 80 Prozent im Energiebereich an. Insgesamt will RWE bis 2004 pro Jahr über 2,5 Milliarden Euro einsparen.

Nach den vorläufigen Zahlen wird der Konzernumsatz 2000/2001 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf rund 62 Milliarden Euro zulegen. Dazu habe vor allem die Fusion mit dem Energieversorger VEW beigetragen aber auch die Übernahme der britischen Thames Water. Der seit November 2000 zum Konzern gehörende Wasserversorger trug 1,7 Milliarden Euro zum Umsatz bei. Im Energiegeschäft - neben Strom gehört auch Gas und Braunkohle dazu - erreichte RWE ein Umsatzplus von über 50 Prozent (auf 20,4 Milliarden Euro). Im Baubereich legte der Umsatz um 36 Prozent (auf 10,9 Milliarden Euro) zu.

RWE ist mit über 50 Prozent an Hochtief beteiligt und konnte zudem die australische Leighton Holding seit Jahresbeginn mit in die Berechnungen einbeziehen. Auch die Drucksysteme (Beteiligung bei Heidelberger Druckmaschinen) zeigten Zuwächse von 15 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung der Konsolidierungseffekte wäre der Umsatz um elf Prozent gestiegen, heißt es in der Mitteilung. Dabei profitierte die Mineralölsparte von den im vorigen Jahr kräftig gestiegenen Rohölpreisen.

Wie schon Ende Mai angekündigt, erwartet RWE weiterhin ein um 35 Prozent höheres Betriebsergebnis in 2000/2001. Bereits in den ersten neun Monaten lag es (bei 2,96 Milliarden Euro) um 34 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das neutrale Ergebnis jedoch habe sich stark verringert, berichtet der Vorstand weiter: "Der Rückgang erklärt sich aus den hohen Telekommunikations-Veräußerungsgewinnen im Vorjahr."

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