Stromversorger : Vattenfall plant Tarife für Arme

Vor einigen Wochen sorgte der Energiekonzern mit geplanten Stellenstreichungen für Aufsehen. Heute werden andere Pläne verkündet: Man hat von den Kunden gelernt, will Preise senken und soziale Tarife einführen.

Vattenfall
Stimmt milde Töne an: Der neue Vorstandsvorsitzende von Vattenfall: Tuomo Hatakka. -Foto:dpa

HamburgDer drittgrößte deutsche Energieversorger Vattenfall Europe will nach eigenen Angaben Gespräche mit der Bundesregierung über die Einführung von Sozialtarifen für Arme führen. Vorstandsvorsitzender Tuomo Hatakka sagte der "Bild"-Zeitung Vattenfall werde sich der Verantwortung nicht entziehen. "Niemand darf in einer kalten Wohnung sitzen, weil das Geld für Energie fehlt." Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte vergangene Woche in einer Regierungserklärung die deutschen Energieunternehmen aufgefordert, verbilligte Gas- und Strom-Tarife für sozial Benachteiligte anzubieten.

Außerdem sollen die Strompreise gesenkt werden, um Kostensenkungen an die Kunden weiter zu geben. Hatakka sagte, man habe im vergangenen Jahr viel über die Kundschaft gelernt: "Wir Energiekonzerne müssen uns mehr anstrengen als früher. Denn wer heute zu teuer ist, den bestraft der Kunde."
  
Zum Jahresende war bekannt geworden, dass Vattenfall als Reaktion auf Kundenverluste ein weit reichendes Sparprogramm plant, das auch Stellenstreichungen vorsieht. In Medienberichten hieß es unter Berufung auf Konzernkreise, im Zeitraum 2008 bis 2010 sollten die Ausgaben um insgesamt rund 100 Millionen Euro gesenkt werden. Zu betriebsbedingten Kündigungen solle es nicht kommen, lediglich Aktionen wie Frühverrentungen seien möglich. Derzeit hat Vattenfall Europe rund 20.000 Mitarbeiter. (mpr/AFP/dpa)

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