Studie : Software-Piraterie weltweit auf Vormarsch

Der weltweite Schaden durch Software-Piraterie ist 2007 deutlich größer ausgefallen als im Vorjahr. Einer Studie zufolge stieg der Umsatzausfall um acht auf 48 Milliarden US-Dollar.

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Immer mehr Software ist nicht lizenziert. -Foto: ddp

MünchenWeltweit wird immer mehr unlizenzierte Software genutzt. Der Anteil stieg um drei auf 38 Prozent - das berichtet die Business Software Alliance (BSA) unter Berufung auf Berechnungen des Marktforschungsunternehmens IDC. Der Umsatzausfall betrug demnach 48 Milliarden US-Dollar (plus 8 Mrd. Dollar). Vor allem in den Schwellenländern habe die Piraterie zugenommen. In der EU sei der Trend dagegen leicht rückläufig.

In Deutschland war laut BSA gut ein Viertel (27 Prozent) der auf PCs und Notebooks verwendeten Software raubkopiert, etwas weniger als 2006 (26 Prozent). Der Schaden belief sich auf umgerechnet 1,33 Milliarden Euro. EU-weit sank die Quote trotz des EU-Beitritts von Rumänien und Bulgarien auf 35 Prozent (2006: 36 Prozent). Das entspricht einem Umsatzausfall von 8,5 Milliarden Euro. Der Branchenverband führt den Rückgang unter anderem auf effektivere Strafverfolgung, Aufklärungsarbeit sowie eine schärfere Kontrolle des Handels zurück.

Russland gehört zu den Problemländern

Dagegen war der Anteil raubkopierter Software in Ländern wie Russland mit 73 Prozent oder Indien mit 69 Prozent trotz leichter Verbesserungen sehr hoch. Allein in den sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China summierte sich der Schaden auf geschätzte 14,4 Milliarden Dollar. "Der Schauplatz unserer größten Herausforderungen verschiebt sich hin zu den neuen Wachstumsmärkten", erklärte Georg Herrnleben, der bei der BSA für Zentral- und Osteuropa zuständig ist.

Die BSA lässt einmal im Jahr das Ausmaß der Software-Piraterie in mehr als 100 Ländern untersuchen. Dafür ermitteln die Marktforscher von IDC die Zahl der verkauften Computer und schätzen den durchschnittlichen Softwarebedarf. Der für die Branche entstehende Schaden ergibt sich aus der Differenz zwischen dem vermuteten Bedarf und der auf legalem Wege verkauften Software. Dabei sind allerdings Ungenauigkeiten möglich: Zum Beispiel gibt es zu vielen Kaufprogrammen kostenlose Alternativen auf Open-Source-Basis. (feh/dpa)

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