Wirtschaft : Südafrika mit Arzt und Schonkost

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Die Reiseleiter des StudiosusProgramms „Reiseträume“ für Senioren ab 70 haben es nicht leicht: Bevor sie auf ihre älteren Mitmenschen losgelassen werden, müssen sie den „Age-Simulator“ überstülpen. Ein Anzug mit Bleigewichten, der Hör- und Sichtvermögen einschränkt, soll ihnen zeigen, wie sich ein alter Mensch fühlt. Danach dürfen sie mit den reisefreudigen Senioren an die Algarve, nach Zypern, auf das Baltikum oder nach Südafrika. Bei Bedarf gibt es Schon- und Diabetikerkost und einen mitreisenden Arzt. Der Standard ist hoch, schließlich will man im Alter seinen Komfort haben. Vier-Sterne-Busse und- Hotels sind Mindeststandard, Koffer-Service und Umsteigehilfen auch. Studiosus hat sich mit seinem Nischenprogramm schon jetzt auf den Reisemarkt der Zukunft eingestellt: die Alten.

„In 20 Jahren werden etwa 80 Prozent der über 60jährigen Senioren mindestens einmal jährlich in Urlaub fahren“, schätzt Peter Aderhold, Tourismusexperte und Geschäftsführer der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen. Heute liegt der Wert bei 67 Prozent. Auch die großen Tourismuskonzerne sind dabei, umzurüsten. Individuelle Komfortreisen, die luxuriöser sind, werden immer wichtiger, sagt Nina Dumbert von Thomas Cook. Das Unternehmen stellt sein Angebot zunehmend auf Bausteinangebote um. Ob er seine Zeit im Luxushotel mit Golfprogramm, Wellness oder nur mit Entspannung verbringen will, kann jeder selbst entscheiden bei Thomas Cook Reisen. Mit zunehmendem Alter würden die Reisenden erfahrener, und anspruchsvoller. Und: Sie haben Zeit. So genannte Langzeitreisen über mehrere Monate gibt es jetzt schon, aber die Konzerne erwarten, dass die Nachfrage erheblich steigen wird. Aber Achtung: Auf den ersten Blick werden Sie ihr Seniorenprogramm nie erkennen: Denn nichts hassen Senioren laut Tui und Thomas Cook mehr, als auf eine explizite Seniorenreise zu gehen. fw

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