Supermärkte : Metro prüft Verkauf der Extra-Märkte

Seit mehreren Monaten prüft der Handelskonzern Metro strategische Optionen für seine Supermarkttochter Extra. Auch ein Verkauf der rund 255 Märkte wird nicht ausgeschlossen.

Berlin - Der Handelskonzern Metro hat einen Verkauf seiner Extra-Märkte nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen prüfe seit einigen Monaten verschiedene strategische Optionen für seine Supermarkttochter, bestätigte Unternehmenssprecher Martin Brüning am Dienstag. Dazu gehöre auch der Verkauf der Märkte. Die Metro-Geschäftsführung habe dies in einem Schreiben auch den Mitarbeitern mitgeteilt, sagte der Sprecher. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

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Über den Verkauf der rund 255 Extra-Märkte, von denen es auch 33 in Berlin gibt, war in den vergangenen Wochen immer wieder spekuliert worden. Das Geschäftsfeld gilt als nicht sonderlich profitabel. Im Gegensatz zur Metro-Tochter Real, die sich auf große Flächen konzentriert, ist Extra mit kleineren Märkten in den Innenstädten vertreten und konkurriert hier unter anderem mit Rewe und Edeka. Beide waren immer wieder als Kaufinteressenten genannt worden, am Dienstag wollte keines der Unternehmen dies kommentieren.

Metro hatte die Extra-Märkte 1996 gekauft. Im ersten Halbjahr 2007 steuerten Real und Extra zusammen rund sechs Milliarden Euro und damit rund zwei Prozent zum Konzernumsatz bei. Die Zahl der Extra-Filialen ist in den vergangenen Jahren geschrumpft, größere Geschäfte wurden in Real umbenannt. Nach Informationen aus Konzernkreisen ist die Komplett-Zusammenlegung mit Real eine von vier möglichen Optionen. Nachgedacht werde auch über einen Verkauf an einen Konkurrenten oder Investor. Auch die Beibehaltung des Status quo sei möglich, sie gilt aber als unwahrscheinlich.

Der künftige Metro-Chef Eckhard Cordes hatte angekündigt, er könne keine Bestandsgarantien für Sparten geben, die sich „mittelfristig nicht wie erhofft und erwartet Wert steigernd entwickeln“. Den Problemsparten – und dazu zählen neben Extra auch Kaufhof und Real – wolle er aber eine Bewährungsfrist geben, sagte er am Montag. Cordes wird Anfang November Hans-Joachim Körber an der Metro-Spitze ablösen. pet

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