Tablet-Computer : Berliner We-Tab stolpert dem iPad hinterher

Der Tablet-Computer We-Tab hat Mängel in der Software. Wichtige Funktionen fehlen, auch bei E-Mails gibt es Probleme. Der Hersteller bastelt noch am Betriebssystem.

Alternative zum iPad: Der berührungsempfindliche Bildschirm des We-Tab ist mit 11,6 Zoll größer und das Gerät mit 995 Gramm insgesamt schwerer als das iPad von Apple.
Alternative zum iPad: Der berührungsempfindliche Bildschirm des We-Tab ist mit 11,6 Zoll größer und das Gerät mit 995 Gramm...Foto: dpa

Berlin - Vier Monate nach dem iPad-Start in Deutschland steigt das Berliner We-Tab auf dem Markt der Tablet-Computer ein. „Wir rechnen uns gute Chancen aus“, sagt der Geschäftsführer der WeTab GmbH, Tore Meyer. „Bis Ende 2011 wollen wir bei den Stückzahlen in einem guten sechsstelligen Bereich sein.“ Im Praxistest zeigt das 11,6 Zoll große und 995 Gramm schwere Gerät jedoch Schwächen – vor allem in der Software.

Anders als das iPad läuft der Herausforderer aus Berlin mit einer angepassten Version von Meego, ein von Nokia und Intel unterstütztes Linux-System. Die We-Tab-Entwickler haben auf das Meego-Fundament eine eigene Oberfläche gesetzt. So wird der Tablet-Computer mit zwei Händen gehalten und die Grundfunktionen gleichzeitig mit den Daumen gesteuert werden: rechts die Navigation auf der zentralen „Pinnwand“ mit den Programmsymbolen, links die Navigation in einzelnen Dokumenten wie auf einer Webseite.

Programme wie etwa Open Office oder die E-Book-Software FBReader sind jedoch nicht auf das Bedienkonzept abgestimmt. Wichtige Funktionen fehlen noch und vorinstallierte Programme wie E-Mail, Adressbuch oder Kalender lassen sich nicht ganz problemlos bedienen. Auch lässt sich der Neigungssensor des Geräts nicht wie beim iPad abschalten und so das Bild vorschnell auf den Kopf stellen. Multi-Touch – die Bedienung der Oberfläche mit zwei Fingern – und Flash-Player fehlen bislang: Das We-Tab hat zwar zwei USB-Anschlüsse, kann aber keine Daten auf einen USB-Stick kopieren. Technik-Chef Stephan Odörfer räumt ein: „Es gibt definitiv noch etwas zu tun.“ Schritt für Schritt werde das WeTab-System weiter verbessert. In dieser Woche soll ein Update für das Betriebssystem bereitgestellt werden, das die noch fehlenden Funktionen ergänzt.

„Wir beschäftigen uns schon seit dreieinhalb Jahren mit dem Thema Tablet-Computer“, sagt We-Tab-Geschäftsführer Meyer. Dessen 4tiitoo GmbH in München hat sich für das Projekt Tablet-PC mit der Berliner neofonie GmbH des Internetunternehmers Helmut Hoffer von Ankershoffen zur We-Tab GmbH zusammengefunden. Partner für Hardware-Support und Logistik ist der Hersteller Medion. Das We-Tab kostet in einer Basisversion mit 16 Gigabyte Speicher 449 Euro, mit Mobilfunk-Unterstützung und doppelt so großem Speicher sind es 569 Euro. Im „WeTab-Market“ gibt es bislang nur kostenlose Anwendungen – „das Bezahlsystem für Apps werden wir in einigen Tagen freischalten“, erklärt der Hersteller. Noch nichts zu sehen ist von dem angekündigten Download-Portal für Android-Apps, also Programmen für das mobile Betriebssystem von Google. dpa

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