Tagesspiegel Wirtschaftsclub : "Digitalisierung - Chance und Risiko für den Mittelstand"

Zum Frühlingsfest des Tagesspiegel Wirtschaftsclubs hat Herausgeber Sebastian Turner einen Impulsvortrag zum Thema Digitalisierung gehalten. Es ging um fünf "Ts"

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Tagesspiegel-Herausgeber Sebastian Turner sprach beim Wirtschaftsclub dieser Zeitung am %. Mai 2017 über die Herausforderungen der Digitalisierung.
Tagesspiegel-Herausgeber Sebastian Turner sprach beim Wirtschaftsclub dieser Zeitung am %. Mai 2017 über die Herausforderungen der...Foto: Mike Wolff

Von den heute zehn wertvollsten Unternehmen waren die Hälfte vor 25 Jahren winzig oder noch gar nicht da: Microsoft, Apple, Facebook, Amazon und Googles Dachgesellschaft Alphabet. Sie haben fünf andere Firmengiganten von der Spitze verdrängt. Daran hat Tagesspiegel-Herausgeber Sebastian Turner am Freitagabend zu Beginn eines Impulsvortrages im Verlagshaus dieser Zeitung am Anhalter Bahnhof erinnert. Eine Lehre daraus: „Die Digitalisierung ist die größte Chance und das größte Risiko für Unternehmen zugleich.“

Rund 150 geladene Gäste waren der Einladung des Wirtschaftsclubs des Tagesspiegels und des Landesverbandes der „Familienunternehmer“ gefolgt, sie diskutierten und feierten bis spät in den Abend. Turner veranschaulichte den Wandel auch anhand des Gebäudes, in dem der Tagesspiegel heute sitzt. Bis 1913 residierte am Askanischen Platz die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“. Und bis in die 1990er Jahre hinein habe Siemens fast allein die gesamte Welt mit Telefonübertragungstechnik ausgerüstet, dann aber auf diesem Feld den Anschluss verpasst. Dank Innovationen auf anderen Feldern spielt das Unternehmen weiterhin in der ersten Liga – anders als der Handypionier Nokia.

Tagesspiegel-Herausgeber Sebastian Turner beim Wirtschaftsclub des Tagesspiegels am 5. Mai 2017.
Tagesspiegel-Herausgeber Sebastian Turner beim Wirtschaftsclub des Tagesspiegels am 5. Mai 2017.Foto: Mike Wolff

„Der Kern der Digitalisierung ist der Übergang von der Massenkommunikation zur Massenindividualkommunikation“, sagte Turner und erinnerte an den Umbruch vor mehr als 500 Jahren durch Johannes Gutenbergs Buchdruck mit beweglichen Lettern. Konnte ein Mensch bis dahin nur eine begrenzte Zahl von Zuhörern mit seiner Stimme erreichen, stieg die Zahl der Empfänger durch diese Erfindung ins praktisch Unendliche. Eine erste Folge war die Reformation, die Spaltung der Weltmacht Kirche. Durch die Verbreitung des Internets explodiere nun auch die Zahl der Sender – mit ähnlich weitreichenden Konsequenzen.

Die Digitalisierung habe fünf Merkmale: Tempo, Transparenz, Transaktion, Teilhabe und (Aufhebung der) Trennung. Zu letztgenanntem Punkt nannte Turner als Beispiel, dass sich Patienten mit seltenen Krankheiten leicht vernetzen könnten, was positiv sei. Auf der anderen Seite könnten sich Rechtsradikale, die bis dahin als Minderheiten lokal isoliert waren, schnell organisieren. Wer als Unternehmer überleben wolle, brauche heute ein gutes Alleinstellungsmerkmal, lautete sein Fazit.

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