Tarifrunde : IG Metall will sechs Prozent für Stahlkocher

Die erste Tarifrunde nach der Wirtschaftskrise ist eingeläutet. Für 85.000 Stahlarbeiter in drei Bundesländern forderte die IG Metall am Freitag sechs Prozent mehr Geld. Dazu sollen die Bezahlung der Leiharbeitnehmer erhöht und die Arbeitszeit für ältere Arbeitnehmer verkürzt werden.

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Berlin - „Vom Profit des Aufschwungs müssen alle Beschäftigten profitieren“, begründete der Verhandlungsführer der IG Metall, Oliver Burkhard, die Forderung. In der Krise sei es im Großen und Ganzen gelungen, Jobs und Einkommen zu sichern. „Nach diesem erfolgreichen Krisenmanagement muss sich zeigen, ob auch ein gutes Aufschwungmanagement mit den Arbeitgebern geht“, sagte Burkhard weiter.

Die Arbeitgeber nannten die Entgeltforderung „nicht erfüllbar“. 2009 sei die Produktion um 30 bis 50 Prozent eingebrochen. Das habe Substanz gekostet und belaste noch immer die Ertragslage der Betriebe. Doch offenbar wolle die IG Metall die Stahlindustrie „als tarifpolitische Speerspitze“ einsetzen.

In den vergangenen Wochen waren wegen des Sommeraufschwungs immer wieder Forderungen nach Lohnerhöhungen aufgekommen. Doch die Möglichkeiten für Tariferhöhungen sind trotzdem beschränkt: In diesen Monaten gibt es Entgeltverhandlungen nur bei der Bahn und im Stahl. Die wichtigste Branche, die Metall- und Elektroindustrie, hat für das kommende Jahr bereits eine Erhöhung um 2,7 Prozent vereinbart, deshalb stehen Verhandlungen hier erst 2012 an.

In der nun beginnenden Stahlrunde will die IG Metall erstmals eine Gleichstellung der Leiharbeiter per Tarifvertrag erreichen. „Wer als Leiharbeitnehmer in den Betrieb geholt wird, muss für gleiche Arbeit auch gleiches Geld bekommen“, sagte Burkhard. Derzeit seien in der Eisen- und Stahlindustrie, die bundesweit gut 100.000 Beschäftigte zählt, rund 3000 Leiharbeiter tätig. Schließlich will die Gewerkschaft kürzere Arbeitszeiten für die rund 5000 Kollegen durchsetzen, die bereits älter als 60 Jahre sind. Die erste Runde der Verhandlungen ist für den 6. September angesetzt.

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