Wirtschaft : Tarifstreit: Deutsche Lotsen streiken nicht

Im Tarifstreit um die Arbeitsbedingungen der 1700 Fluglotsen in Deutschland haben die Gewerkschaften und die Deutsche Flugsicherung (DSF) am Dienstagabend eine Einigung erzielt. Dabei wurde vereinbart, dass die Belastungen der Fluglotsen reduziert werden. Die von der Gewerkschaft Verdi angedrohten Warnstreiks wird es nicht geben. Wie der Sprecher des Verbandes Deutscher Flugleiter, Hannes Ziegler, mitteilte, einigten sich die Tarifparteien auf längere Pausen und Arbeitszeitverkürzungen. Nach Angaben der DSF erhalten Fluglotsen an hoch belasteten Arbeitsplätzen - wie zum Beispiel im Tower des Frankfurter Flughafens - zusätzlichen Urlaub.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Tarifparteien Entlastungen vereinbart. Dazu müssen fast 200 zusätzliche Fluglotsen eingestellt werden, die aber so schnell nicht verfügbar sind; die Übergangsfrist läuft bis 2003. Wegen des zunehmenden Flugverkehrs hatten die Arbeitnehmer nun aber zusätzliche Entlastungen gefordert. Ziegler betonte, die Arbeitszeit werde bereits jetzt verringert und auf Arbeitszeitkonten gutgeschrieben. Die Flugleiter hatten argumentiert, dass es für einen sicheren Luftverkehr zusätzliche Pausen sowie längere Erholungsphasen am Radarschirm und auf den Kontrolltürmen geben müsse. DFS-Sprecherin Ute Otterbein sagte: "Wir bräuchten mehr Lotsen, können sie aber nicht aus dem Ärmel schütteln." Die Fluglotsen kontrollieren im Durchschnitt mehr als 7000 Flugbewegungen am Tag.

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