Wirtschaft : Tarifsystem Phönix ist kein Erfolg

DRESDEN (ADN). Das Tarifsystem Phönix hat sich nach Einschätzung der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) nicht als Flächentarifsystem durchgesetzt. Der Arbeitgeberverband Ostmetall und die CGM hatten zum 1. Juni 1998 das Tarifsystem "Phönix" aus der Taufe gehoben. Es läßt eine weitergehende Flexibilisierung zu, als die mit der IG Metall abgeschlossenen Tarifverträge. Der CGM-Bundesvorsitzende Sigfrid Ehret sagte anläßlich eines Treffens internationaler christlicher Gewerkschaften am Mittwoch vor Journalisten in Dresden, Phönix sei nur in einigen Betrieben komplett oder in Teilbereichen umgesetzt worden. Das weitere "Zerbröseln" des Flächentarifvertrages in der Metallbranche habe durch Phönix nicht gestoppt werden können.

Damit hätten sich die Erwartungen der CGM nicht erfüllt. Ehret würdigte Phönix dennoch als System, mit dem "tarifpolitische Innovationen" gelungen seien. Er rechne damit, daß Phönix auf lange Sicht auch auf Flächentarifverträge in den alten Ländern "wirken" werde. In den kommenden fünf Jahren würden viele Betriebe im Westen die Bindungen zu Flächentarifverträgen lösen und sich neu "orientieren". Es werde jedoch "enorme Zeit" brauchen, bis Neuerungen wie Phönix auch in den alten Ländern angewandt würden.

Die IG Metall sprach von einem "Tarifvertrag light". Aus ihrer Sicht ist die CGM keine tariffähige Gewerkschaft, da sie kaum über Mitglieder verfüge. Ostmetall und CGM legen halbjährlich einen Standortbericht für die Metall- und Elektroindustrie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor. Das Tarifsystem hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.

Die Christliche Gewerkschaft Metall verfügt eigenen Angaben zufolge bundesweit über rund 102 000 Mitglieder. Davon stammen rund 15 500 aus den neuen Bundesländern.

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