Wirtschaft : Tb Berlin hat die Krise mit Maculan verkraftet

BERLIN (chi). Drei Jahre nach dem Debakel der Maculan-Krise steht die Tb Berliner Tief- und Verkehrsbau GmbH nach Angaben der Geschäftsführung auf soliden Beinen. Mit Hilfe der Banken, allen voran der Berliner Bank, sei es gelungen, das Unternehmen aus dem Konkurs der früheren Muttergesellschaft, der österreichischen Maculan Holding, herauszuhalten, sagte der Tb-Aufsichtsratsvorsitzende, Jürgen Vollhardt, am Freitag in Berlin. 1998 habe Tb bei einem Umsatz von 161 Mill. DM einen Jahresüberschuß von knapp 2,1 Mill. DM erzielt. Verbindlichkeiten aus der Maculan-Zeit gebe es keine mehr. Pünktlich zum 50sten Jubiläum des Betriebs, der am Freitag mit einem Festakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt gefeiert wurde, weise Tb "eine gesunde Substanz" auf, sagte Vollhardt.Die Geschäftsanteile der Tb waren 1996 von der Berliner Bank, die ein Pfändungsrecht besaß, auf zwei Beteiligungsgesellschaften übertragen worden: die TBBB Beteiligungsverwaltungs GmbH und die Zweite TBBB Beteiligungsverwaltungs GmbH. Die Baukrise forderte dem Unternehmen aber einen harschen Schrumpfkurs ab. 1992, beim Verkauf an Maculan, zählte Tb 2200 Mitarbeiter, Ende 1998 nur noch 700. Angesichts des rückläufigen Baumarktes und des damit verbundenen Preisverfalls um gut ein Drittel habe man keine andere Wahl gehabt, als die Kapazität zurückzufahren, sagte Geschäftsführer Wilfried Grimm. "Umsatzhascherei konnten wir uns nicht leisten." Aufträge wurden zu kostendeckenden Preisen hereingenommen, den Bestand bezifferte er mit derzeit 60 Mill. DM. Auch die Produktivität sei deutlich gestiegen: Mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 272 000 DM brauche Tb den Vergleich mit westdeutschen Tiefbaubetrieben nicht zu scheuen.Für 1999 zeigte sich Grimm zuversichtlich. Bis Ende Mai erwirtschaftete Tb einen Umsatz von 58 Mill. DM, etwa das Niveau der ersten fünf Monate 1998. Der Tiefbau, so Grimm, werde sich schneller beleben als der Hochbau.

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