Wirtschaft : Tchibo: Der Konzern erzielt höheren Gewinn - Umsatz blieb auf Vorjahresniveau

Trotz gleichbleibender Umsätze hat Tchibo im vergangenen Jahr seine Gewinne erheblich gesteigert. Der Konzernjahresüberschuss sei 1999 um knapp 32 Prozent auf 640 Millionen Mark gestiegen, sagte der Chef der Tchibo Holding AG, Wilfried Boysen, bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag in Hamburg. Die zu 75 Prozent von Tchibo gehaltene Reemtsma GmbH habe mit ihrem Zigarettengeschäft 436 Millionen Mark zum Konzerngewinn beigetragen. Der Gewinn im Konzernbereich Kaffee sei nach erfolgreichem Abschluss der Integration der Marke Eduscho sogar von 21 Millionen Mark auf 244 Millionen Mark gestiegen. Der Gesamtumsatz des Konzerns sei nach Abzug der Tabaksteuer mit rund 10,2 Milliarden Mark nahezu unverändert geblieben. Auf Grund niedriger Kaffeepreise sei der Umsatz in diesem Bereich sogar um 6,3 Prozent gesunken, während der Zigarettenumsatz um 8,4 Prozent zugelegt habe.

Boysen zufolge ist der durchschnittliche Preis, den die Verbraucher für ein Pfund Kaffe zahlen müssen, 1999 um 90 Pfennig gesunken. Die ersten sechs Monate dieses Jahres hätten einen weiteren Preisrückgang um 50 Pfennig gebracht. Derzeit koste ein Pfund Kaffee im Schnitt 6,47 Mark. Unklar ist, ob die Kaffeepreise noch weiter sinken werden. Er betonte aber, dass Tchibo mit seinen Preisen immer um mindestens eine Mark über dem Marktdurchschnitt gelegen habe und diesen Abstand auch weiter halten wolle. Das Unternehmen sei aber dennoch entschlossen, alles zu tun, um seine Marktführerschaft zu verteidigen. In diesem Zusammenhang wollte Boysen auch die Beteiligung an einem weiteren Preiskampf nicht ausschließen.

Die trotz rückläufigen Umsätzen enorme Gewinnsteigerung im Kaffeegeschäft erklärte der Tchibo-Chef in erster Linie mit dem erfolgreichen Abschluss der Integration und Sanierung des früheren Konkurrenten Eduscho. Die dafür notwendigen Investitionen von rund 300 Millionen Mark hätten sich "sehr stark gelohnt". Insbesondere das Gebrauchsartikelgeschäft von Tchibo und Eduscho habe durch die Vereinheitlichung einen großen Schub erlebt. Die Non-Food-Artikel steuerten inzwischen 50 Prozent des Umsatzesbei.

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