Wirtschaft : Technologiebranche: Bill Gates erobert den Mac

Kurt Sagatz

Es ist nicht so einfach, das Steuer herumzureißen, wenn der Kurs eines Unternehmens erst einmal angefangen hat zu schlingern. Das musste dieser Tage auch Steve Jobs erfahren. Apple kann der rauhen See offensichtlich nicht dauerhaft entfliehen und ist nach einer Phase der wirtschaftlichen Erholung im letzten Quartal wieder tief in die roten Zahlen gesteuert.

Dabei sind viele Probleme hausgemacht. Zum Beispiel bei den Betriebssystemen, also dem Fundament der Apple-Produktpalette. Der hier vollführte Zickzackkurs hat mit der einst so gepflegten Produktpflege nichts mehr gemein. Nachdem die Apple-Gemeinde den Technologiewechsel beim derzeit aktuellen System nur bedingt gut hieß, wird nun mit dem für das erste Halbjahr angekündigten Nachfolger ein weiterer Kurswechsel erfolgen. Der wird es selbst eingefleischten Mac-Fans schwer machen, das Ziel der Reise noch zu erkennen. Und das, obwohl gerade Mac-User am liebsten gar nicht wissen wollen, wie es im Maschinenraum aussieht.

Im Schlepptau dieser Entwicklung verlieren offenbar auch die Entwickler von Anwendungsprogrammen für Apple-Rechner den Mut. Besonders im Multimedia-Bereich und hier wiederum beim attraktiven Markt für Spiele entscheiden sich immer mehr Software-Firmen gegen eine spezielle Entwicklung für den Mac. Die wichtigste Büroanwendung für Apple-Nutzer kommt ohnehin vom einstigen Erzrivalen Microsoft. Dessen Office-Paket und auch das einstmals so verhasste Internet-Zugangsprogramm der Gates-Firma befinden sich immer öfter auf den Mac-Schreibtischen.

Es sind also nicht nur die etwas höheren Preise für Mac-Rechner, die viele potentielle Kunden vom Kauf eines Apple abhalten. Der Weg in den sicheren Hafen dauerhafter Gewinne führt über das Vertrauen von Partnern und Kunden in die Langfristigkeit des Kurses. Denn Gigahertz-schnelle Rechner mit Software-Oberflächen im Aqua-Look nutzen wenig, wenn sie in die falsche Richtung steuern.

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