Technologiemessen : Steve Jobs und Bill Gates bleiben zu Hause

In diesem Jahr ist alles anders: Die US-Technologiemessen schlittern in die Krise und ihre prominentesten Gäste kommen nicht.

Steve Jobs
Kommt nicht zur Macworld Expo in San Francisco: Steve Jobs. -Foto: dpa

San FranciscoEin kleineres iPhone, neue iMac-Computer und ein „Riesen- iPod“: Wie jedes Mal vor der Vorstellung neuer Apple-Produkte auf der Macworld Expo, die am heutigen Montag in San Francisco startet, wird viel über mögliche Neuheiten spekuliert. Und doch ist es dieses Jahr anders. Zum ersten Mal muss die Messe ohne den „iGod“ auskommen. Apple-Chef Steve Jobs wird der Macworld fernbleiben, wie der Konzern bereits Mitte Dezember angekündigt hatte. Ein ähnliches Problem hat die CES, die Consumer Electronics Show in Las Vegas. Die zweite der beiden wichtigsten Technologiemessen in den USA, die in dieser Woche über die Bühne gehen, muss erstmals auf Microsoft-Gründer Bill Gates verzichten.

Doch nicht nur, weil die beiden Visionäre fehlen, werden die beiden Shows diesmal weniger bedeutsam sein. Im Gefolge der Rezession kommen weniger Aussteller, kündigen weniger Produzenten ihre Neuigkeiten an und werden weniger Besucher erwartet als in den vergangenen Jahren. Beide Messen haben an Attraktivität stark eingebüßt. Apple hat der Expo wahrscheinlich den Todesstoß verpasst, indem das Unternehmen im Dezember überraschend nicht nur Jobs Fernbleiben angekündigt hatte, sondern auch, dass man 2009 zum letzten Mal an der Macworld teilnehmen werde.

Doch auch wenn IT-Enthusiasten 2009 nicht wie in früheren Jahren epochale Neuerungen bestaunen dürfen, Apple, Microsoft und andere Aussteller werden mit ihren Weiterentwicklungen durchaus Aufmerksamkeit erregen. Als Höhepunkt der CES nennen Marktbeobachter das neue Palm-Betriebssystem „Nova“, das am Donnerstag in Las Vegas vorgestellt wird. Seit Jahren ist „Nova“ in der Entwicklung und soll das seit 2002 in allen Taschencomputern (Smartphones) von Palm gängige System ersetzen.

Als zweiter Höhepunkt der IT-Show in Las Vegas wird zumindest die Ankündigung des Vista-Nachfolgers Windows 7 von Microsoft erwartet, das Gates-Nachfolger Steve Ballmer wohl präsentieren wird. Das Betriebssystem Windows 7 wird seit längerem von dem Unternehmen aus Redmond angekündigt und ist jetzt in der Beta-Phase der Erprobung. Nach der Panne mit Vista wird Microsoft jetzt mehr Wert auf eine gründliche, denn auf eine schnelle Präsentation legen und es nicht bei der CES auf den Markt werfen.

Von Apple erwarten die Analysten vor allem Fortschreibungen eingeführter Produkte. Offenbar soll eine kompaktere Version des Handys iPhone vorgestellt werden, die in diversen Medienberichten „iPhone nano“ genannt wird. Quelle sind vor allem die Internetseiten chinesischer Schutzhüllen- Hersteller, die bereits Produkte für ein entsprechendes neues Modell anbieten. In der Vergangenheit hatten sich ähnliche Spekulationen bereits bestätigt.

Als weitere Neuheit, die Apple am Montag in San Francisco vorstellen könnte, gilt der Computer „Mini“. Er soll wie die neuen MacBooks im Aluminium-Gewand neuen Glanz versprühen. Zudem berichtete der Onlinedienst „TechCrunch“ von einem geplanten neuen Gerät, mit dem Apple in den Markt der Mini-Computer vorstoßen würde: eine Art übergroßen iPod mit einem berührungsempfindlichem Display und einer Bildschirmdiagonale zwischen 18 und 23 Zentimetern.

Unmittelbar vor der Macworld tauchten erneut Spekulationen über die Gesundheit von Steve Jobs auf. So meldete der Internetdienst „Gizmodo“, eine verlässliche Quelle habe von einer deutlichen Verschlechterung des Zustands des Apple-Chefs berichtet. Andere Experten wiesen dies zurück. Der börsennotierte Konzern könne es sich nicht leisten, die Anleger bei einer so wichtigen Frage hinters Licht zu führen. In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach Gerüchte um ernsthafte gesundheitliche Probleme des Apple-Chefs gegeben. Vor vier Jahren war Jobs an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, hatte sich aber wieder vollständig erholen können. rks (HB)/dpa

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