Wirtschaft : Tegel und Tempelhof sollen BBI mitfinanzieren

Commerzbank-Konsortium schlägt Verwertung der Flächen vor

BERLIN (dw).Beim Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) soll sich die öffentliche Hand zumindest "temporärÒ beteiligen.Erich Coenen, Vorstandsmitglied der Commerzbank AG, schlug am Montag in Berlin vor, die Flächen der Flughäfen Tegel und Tempelhof nach ihrer Stillegung so zu nutzen, daß die Erträge zur Finanzierung des BBI beitragen."Denn hier sind in beträchtlichem Umfang öffentliche Vermögen gebunden, die rechtzeitig mobilisiert werden können und müssen, um als wesentliche Eckpfeiler der Finanzierung zu dienenÒ, sagte Coenen.Bei einem Börsengang des BBI, der etwa im Jahre 2015 stattfinden könne, solle der öffentlichen Hand dann "die klare Perspektive eines AusstiegsÒ gegeben werden.Die Flächen Tegel und Tempelhof gehören jeweils zur Hälfte Bund und Land Berlin. Vor der Aufsichtsratssitzung der Projektplanungsgesellschaft am Mittwoch nutzte Coenen die Gelegenheit, das Bewerberkonsortium aus Commerzbank, Flughafengesellschaft Kopenhagen und US-Baukonzern Bechtel vorzustellen.Die Bietergruppe ist eine von sieben, die sich um Bau und Betrieb des Großflughafens beworben haben.Auf der Aufsichtsratssitzung soll dem Vernehmen nach eine Vorauswahl getroffen und die Zahl der Bewerber auf drei oder vier reduziert werden, um Aufwand und Kosten der nächsten Planungs- und Verhandlungsrunde zu reduzieren. Coenen räumte seinem Konsortium gute Chancen ein, in die Endauswahl zu kommen.Die Commerzbank habe Erfahrung mit Infrastrukturprojekten wie der ungarischen Autobahn M 5, der Midal-Stegal-Gaspipeline sowie an den Flughäfen Leipzig, Dresden, München und Spata/Athen.Zusammen mit den Partnern aus Kopenhagen und San Francisco sei man "das einzige Bieterkonsortium mit einer wirklich internationalen Struktur.Ò Der US-Baukonzern Bechtel war bei weltweit 74 Flughäfen in der Projektentwicklung tätig und begleite das Projekt in Berlin-Schönefeld bereits seit 1990 sehr intensiv.Kopenhagens Flughafendirektor Nils Boserup betonte die großen Erfahrungen, die man bei der Effizienzsteigerung in Kopenhagen gemacht habe.Er bestätigte die Prognose Coenens, der Berliner Airport könne durch Modulbauweise "für deutlich weniger als 8 Mrd.DM errichtet werden.Ò Coenen ergänzte, man habe "deutliche SignaleÒ, daß eine Beteiligung der öffentlichen Hand nicht mehr von vornherein ausgeschlossen werde.Noch im letzten Jahr war damit geworben worden, der BBI könnte "zu 100 Prozent privat gebaut und betriebenÒ werden. Falls Tegel nicht wie geplant im Jahre 2007 geschlossen wird, "müßte auch unser Konzept entsprechend angepaßt werdenÒ, sagte Coenen.Ein Aus für das Projekt Schönefeld bedeute dies allerdings nicht: "Alles ist möglichÒ, bestätigte Boserup.

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