Wirtschaft : Telefonieren nach neuen Regeln

CORINNA VISSER

BERLIN .Telefonieren ist seit dem 1.Januar nicht nur preiswerter, sondern auch komplizierter geworden.Und den Anbieter, der zu jeder Uhrzeit und für alle Entfernungen immer der günstigste ist, den gibt es nicht.Der Kunde muß also, bevor er sich für eine Telefongesellschaft entscheidet, zunächst prüfen, zu welcher Uhrzeit und wohin er am häufigsten telefoniert.

Wer nur im Ortsbereich telefoniert, hat in den meisten Fällen noch keine Alternative zur Telekom.Die Berliner Telefongesellschaft BerliKomm zum Beispiel wird erst Mitte nächsten Jahres Privatkunden an ihr Netz anschließen und Ortsgespräche anbieten.Wer dagegen viele Ferngespräche führt, hat zwei Möglichkeiten, Kunde einer neuen Telefongesellschaft zu werden.

Die erste Möglichkeit ist das Call-by-Call-Verfahren.Hierbei können Sie sich vor jedem Anruf neu entscheiden, über welchen Anbieter Sie telefonieren möchten.Sie wählen vor der Rufnummer die Netzvorwahl des jeweiligen Anbieters.Danach wählen Sie dann wie gewohnt die Rufnummer des gewünschten Teilnehmers - inklusive der Vorwahl und auch mit der Null.In der Tabelle "Wählen und sofort sparen" finden Sie für jede Uhrzeit den günstigsten Anbieter, den Sie ohne Anmeldung nutzen können.

Andere Anbieter verlangen auch für Call-by-Call eine Anmeldung.Diese Anbieter stellen ihren Kunden dann eine eigene Rechnung aus.Die Registrierung ist aber kein Vertragsabschluß.Sie können sich bei mehreren Telefongesellschaften anmelden und haben immer noch die freie Wahl.Achtung: Westcom verlangt zum Beispiel eine Verwaltungsgebühr von 7,90 DM, wenn Sie für weniger als 49 DM im Monat über Westcom telefonieren.Alle Call-by-Call-Anbieter im Vergleich finden Sie in der Tabelle "Die Telefonanbieter im Überblick".Die jeweils günstigsten Preise sind weiß markiert.

Die zweite Variante ist das Preselection-Verfahren.Hierbei werden Sie fester Kunde einer bestimmten Telefongesellschaft.Jedes mal, wenn Sie eine Null wählen, telefonieren Sie automatisch über diesen Anbieter, brauchen also nicht mehr die Netzvorwahl zu wählen.Der Vorteil ist, daß viele Telefongesellschaften ihren festen Kunden Rabatte einräumen oder Ihnen bessere Tarife anbieten.Bei Preselection-Verträgen sollten Sie auf Mindestumsätze und Vertragslaufzeiten achten.Wichtig ist auch, daß Ihnen Ihre Telefongesellschaft das Recht einräumt, sich über die Netzvorwahl eines anderen Anbieters in dessen Netz einzuwählen, wenn Sie dort besondere Angebote nutzen wollen.Testen Sie lieber eine Telefongesellschaft zunächst im Call-by-Call-Verfahren, bevor Sie dort fester Kunde werden.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben