Wirtschaft : Telekom akzeptiert Mietpreis-Beschluß

BONN .Für den Wettbewerb auf dem Telefonmarkt fällt an diesem Montag eine wichtige Entscheidung: Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation legt die Miete fest, die Konkurrenten an die Deutsche Telekom zahlen müssen, wenn sie eigene Kunden an die Leitungen der Telekom anschließen.Es zeichnet sich ab, daß der ehemalige Monopolist Telekom für die Nutzung seiner Teilnehmeranschlußleitungen einen Betrag unter 25 DM im Monat berechnen darf.Die Telekom hatte zuletzt 37,30 DM verlangt.Die meisten Anbieter wollen hingegen deutlich weniger als 20 DM bezahlen.Der Chef der Telefonfirma Otelo, Thomas Geitner, kritisierte in der "Welt am Sonntag" die Forderung der Telekom als "maßlos und durch nichts gerechtfertigt".Allenfalls eine Gebühr von 20 DM sei akzeptabel.

Dagegen rechtfertigte Telekom-Chef Ron Sommer im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" die Forderung des Telefonriesen.Die Telekom habe der Regulierungsbehörde umfangreiches Zahlenmaterial vorgelegt.Eine Festlegung auf 25 DM hielte er für falsch, sagte Sommer."Wir werden sie aber trotzdem akzeptieren." Dadurch entstehende Einbußen werden sich laut Sommer aber auf die Investitionen der Telekom auswirken und damit indirekt auch auf die Arbeitsplätze.Von ihren Endkunden verlangt die Telekom zur Zeit eine monatliche Grundgebühr von 24,60 DM (brutto) für den Normalanschluß.

Bei den Ortsgesprächen erwartet Sommer keinen so dramatischen Preisverfall wie für Ferngespräche.Hier waren die Tarife im letzten Jahr um mehr als 70 Prozent gesunken."Bei den City-Tarifen ist längst nicht soviel Spielraum." Außerdem müßten die anderen Anbieter im Citybereich mehr investieren, um konkurrenzfähig zu sein."Damit hätten wir endlich echten Wettbewerb, den der Innovatoren und Investoren", sagte Sommer.

Damit neue Telefonfirmen nicht zu jedem Haus eigene Leitungen legen müssen, muß ihnen die Telekom als ehemaliger Monopolist die Nutzung ihrer Kabel auf der "letzten Meile" zwischen Wohnung und Vermittlungsstelle gegen Bezahlung erlauben.Nach der sich abzeichnenden Entscheidung über diese Teilnehmeranschlußleitungen rückt bei den Konkurrenten der Aufbau eigener Netze wieder mehr ins Blickfeld.

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