Wirtschaft : Telekom gibt Call-Center ab 700 Beschäftigte von VCS verlassen den Konzern

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Berlin - Die Telekom setzt ihren Personalumbau fort. Zum ersten Mal gibt sie eine Geschäftseinheit aus der konzerneigenen Beschäftigungsgesellschaft Vivento ab. Fünf Standorte des Callcenter-Betreibers Vivento Costumer Services (VCS) mit rund 700 Mitarbeitern gehen an die Walter TeleMedien-Gruppe (WTM), teilte die Telekom am Mittwoch mit. Angaben zum Kaufpreis machte sie nicht. Kritik kam von der Gewerkschaft Verdi: „Der Ausverkauf der Telekom muss gestoppt werden“, forderte Lothar Schröder, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand.

Die Telekom hatte die Beschäftigungsgesellschaft Vivento 2004 gegründet. Sie soll Personal aufnehmen, das im Konzern nicht mehr gebraucht wird, möglichst um neue Beschäftigung für die Mitarbeiter zu finden. Derzeit sind rund 3300 Mitarbeiter bei Vivento. Zum 1. Dezember sollen nun die VCS-Standorte Aachen, Dresden, Halle, Lübeck und Magdeburg an die WTM-Gruppe übergehen. Sie ist nach Arvato Direct Services der zweitgrößte Callcenter-Betreiber in Deutschland.

Die Telekom gibt WTM noch eine Auftragszusage mit. „Mit dieser auftragsgebundenen Beschäftigungssicherung bis Ende 2011 verfolgt die Deutsche Telekom konsequent das Ziel, die Arbeitsplätze langfristig außerhalb der Deutschen Telekom zu sichern“, teilte der Konzern mit. Verdi forderte dagegen, die Telekom müsse ihre Standorte sichern und Beschäftigung dauerhaft erhalten. Auch die Einkommen der Betroffenen müssten garantiert bleiben. In der Callcenter-Branche wird im allgemeinen weniger bezahlt, als bei der Telekom und das Entgeltniveau ist bei VCS bis 2008 festgelegt. „Wenn die Telekom versucht, mit einer nur zweijährigen Entgeltgarantie diesen Verkauf den Beschäftigten schmackhaft zu machen, ignoriert der Arbeitgeber deren soziale Realität“, sagte Gewerkschafter Schröder. vis

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