Wirtschaft : Telekom trotzt der Konkurrenz

BONN (aho).Trotz verschärften Wettbewerbs in der Telekommunikationsbranche hat sich die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr gut behauptet.Der Umsatz und der Konzernüberschuß kletterten nach oben, auch konnte der Ex-Monopolist mit seinen Diensten neue Kunden gewinnen.Das berichtete das Unternehmen am Dienstag in seinem vorläufigen Abschluß für das zurückliegende Jahr.Der Grund für diese positive Bilanz: Der Fernsprechriese senkt in den verlustreichen Sparten Endgeräte, Auskunft oder Auslandstöchtern konsequent die Kosten.

Nach den vorläufigen Zahlen stieg der Konzernumsatz um drei Prozent auf 69,7 Mrd.DM.Davon allerdings machen die Beträge, die die Telekom im Auftrag ihrer Wettbewerber mitabrechnet, rund eine Mrd.DM aus.Ohne sie kletterten der eigentliche Telekom-Umsatz nur um 1,5 Prozent.Der Konzernüberschuß erreichte im vergangenen Jahr 4,2 Mrd.DM, 27 Prozent mehr als 1997.Das Plus begründete das Unternehmen damit, daß es die Defizite in einzelnen Geschäftsfeldern abgetragen hat, wie bei der Auskunft, den Auslandsgeschäften in Asien sowie bei Telefonapparaten und anderen Endgeräten.Auch die Schulden schrumpften planmäßig.Ohne die ungarische Tochter Matav lagen sie 1998 bei 77,4 Mrd.DM, gut 9 Mrd.DM weniger als im Vorjahr.

Die Telekom ging im ersten Jahr des Wettbewerbs auch auf Kundenfang.So stieg die Anzahl der ISDN-Kanäle um 38 Prozent auf 10,1 Millionen Teilnehmer.Inzwischen hat jeder fünfte Verbraucher einen digitalen Anschluß, vor einem Jahr war es jeder sechste.Der Anteil der neuen Anschlüsse liegt bundesweit bei 22 Prozent gegenüber 16 Prozent im Vorjahr.Auch der Internet-Dienst T-Online konnte mit 2,7 Millionen Nutzern 42 Prozent mehr als im Vorjahr begrüßen.Inzwischen ist T-Online der größte Internet-Provider in Europa.Zugelegt hat auch die Mobilfunk-Tochter D 1.Deren Kundenzahl stieg um 67 Prozent auf 5,5 Millionen Teilnehmer.Inklusive der Mobilfunk-nutzer im analogen C-Netz hat der Fernsprechriese 5,8 Millionen Kunden, 53 Prozent mehr als im Vorjahr."Diese Zahlen belegen die gute Positionierung der Deutschen Telekom bei den Wachstumsträgern in der Telekommunikation", hieß es.

Weiter abgebaut hat der Ex-Monopolist seinen Personalstamm.Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Belegschaft um 11 500 auf 179 500 Beschäftigte.Damit läge der Konzern im Plan, hieß es in der Mitteilung.Im Jahr 2000 will die Telekom nur noch 170 000 Menschen beschäftigen.Unklar ist noch der Zeitpunkt des zweiten Börsengangs."Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen", heißt es in der Mitteilung.Die Telekom verfügt aus ihrem genehmigten Kapital noch über 286,3 Mill.Aktien, die sie bis zum Jahresende beanspruchen könnte.Bei einem Kurs von 65 DM entspräche das 18,6 Mrd.DM.Die Bundesregierung hat sich allerdings bereit erklärt, ihre Anteile im Rahmen der Postreform II nicht vor Ende 1999 über die Finanzmärkte zu verkaufen.Das gilt auch für die geparkten Anteile bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Angesichts der guten Ergebnisse hat die Commerzbank die Telekom-Aktie von "halten" auf "kaufen" hochgestuft.Analysten beurteilten die Zahlen unterschiedlich.Einige, wie Holger Grawe von der WestLB, sehen ihre Gewinnprognose erfüllt, andere hatten bessere Erträge erwartet.An der Börse reagierte das Papier wechselhaft.Nach einem Einbruch am Morgen erholte sich das Papier und lag zum Börsenschluß im Plus.

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