Wirtschaft : Telekom und Viag einig

Erste Interconnection-Vereinbarung / Preise noch ausgeklammert

FRANKFURT (MAIN) (ddpADN/Tsp).Die Verhandlungen zwischen der Deutschen Telekom AG und ihren Festnetzkonkurrenten ab 1998 machen Fortschritte.Wie Telekom-Chef Ron Sommer am Donnerstag auf der Hauptversammlung bekanntgab, wurde mit der Viag Intercom jetzt eine Zwischenvereinbarung über die Zusammenschaltung der Netze getroffen.Noch offen sind darin allerdings die Preise, wie Sommer einräumte.Sie sollen bis zum Jahresende in einem endgültigen Vertrag festgeschrieben werden.
Sommer betonte, man sei an raschen Abschlüssen auch mit den weiteren Wettbewerbern interessiert.Es sollte möglich sein, "in Kürze" zu weiteren Vereinbarungen zu kommen.Allerdings könne niemand von der Telekom erwarten, die Konkurrenten durch künstlich niedrig gehaltene Zugangspreise zu den eigenen Netzen zu subventionieren.Bislang wurden mit der Worldcom und Tele Danmark erst zwei sogenannte Interconnection-Vereinbarungen geschlossen.
Bei den Verhandlungen geht es um den sogenannten letzten Kilometer zum Kunden.Während Wettbewerber wie Arcor vor allem über Verbindungen zwischen den Ballungszentren verfügen, verfügt nur die Telekom über einen direkten Zugang in die Wohnungen ihrer Kunden.Diese Zugänge müssen künftig von den Konkurrenten angemietet werden.Bislang befürchten die neuen Telefon-Unternehmen, die Telekom werde mit überhöhten "Interconnection-Tarifen" den am 1.Januar beginnenden freien Wettbewerb im Keim ersticken.Ulf Bohla, Vorsitzender der Geschäftsführung von "otelo" kündigte vor kurzem an, den beim Bundeswirtschaftsminister angesiedelten Regulator als Schiedsrichter anzurufen, "um faire Preise durchzusetzen".Beispiele aus anderen Staaten zeigen, daß die Preise, die die Telefonunternehmen an den Leitungsbesitzer für die "Interconnection" abführen müssen, oftmals bis zu 50 Prozent der gesamten Unternehmenskosten ausmachen.

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