Wirtschaft : Telekom: Veräußerung bringt mehr Wettbewerb

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Der Verband privater Kabelnetzbetreiber (Anga) begrüßt den Verkauf des Kabelnetzes. "Seit Jahren fordern wir, dass sich die Telekom komplett vom Kabelnetz trennt", sagt der Hauptgeschäftsführer des Anga, Peter Charissé. "Nur dann kann es einen echten Wettbewerb zwischen dem Kabel- und dem Telefonnetz geben." Sein Verband, der unter anderen die Kabelnetzbetreiber Tele Columbus, Primacom, Bosch und EWT/tss vertritt, werde sich für den schnellen Ausbau des Netzes einsetzen. "Wir werden offen auf die neuen Investoren zugehen", sagte Charissé.

Ohne die Zusammenarbeit mit den anderen Kabelnetzbetreibern wird Liberty Media auch nicht weit kommen. Denn das deutsche Kabelnetz hat eine komplizierte Eigentümerstruktur. Die weiten Strecken (Netzebene 3) gehören der Telekom, die letzten Meter Kabel bis in die Wohnungen hinein (Netzebene 4) meist Wohnungsbaugesellschaften oder auch mittelständischen Handwerksunternehmen. Lediglich ein Drittel aller Kabelhaushalte sind direkte Kunden der Telekom. Liberty muss also auch mit den kleinen Betreibern einig werden.

Von dem was die Investmentgesellschaft Callahan in Nordrhein-Westfalen bisher erreicht hat, ist Charissé enttäuscht. Bei Callahan habe es an Kenntnis über den deutschen Markt gefehlt. Von Liberty Media erwartet er da mehr: Liberty gehört zum US-Telekomkonzern AT & T und kontrolliert unter anderem den größten europäischen TV-Kabelnetz-Betreiber United Pan-Europe Communications (UPC).

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