Wirtschaft : Texaner wollen Vespa-Hersteller schlucken

Der italienische Vespa-Hersteller Piaggio wird voraussichtlich vom US-Fonds Texas Pacific Group (TPG) übernommen. Dies bestätigte ein Piaggio-Sprecher am Mittwoch in Mailand. Die Verhandlungen befänden sich "im fortgeschrittenen Stadium". Der Zeitung "Corriere della Sera" zufolge will TPG für den Erwerb 1200 Mrd. Lire (rund 1,2 Mrd. DM) bezahlen. Die Großaktionäre von Piaggio hätten der Übernahme bereits zugstimmt.

Nach dem Tod des Fiat-Erben und Piaggio-Chefs Giovanni Agnelli im Jahr 1997 und seiner Mutter Antonella Bechi Piaggio hätten die verbliebenen Piaggio-Erben nach einem Investor gesucht, der die Zukunft des Vespa-Herstellers sicherstellen könne, hieß es. Der US-Fonds Texas Pacific hatte 1996 bereits den Motorradhersteller Ducati gekauft und das konkursgefährdete Unternehmen innerhalb kurzer Zeit saniert. Im vergangenen Jahr brachte TPG Ducati an die Börse.

Piaggio mit Sitz in Pontedera bei Pisa ist mit 6000 Beschäftigten und einem Marktanteil von 32 Prozent Europas größter Hersteller von kleinen Zweirädern. Nachdem das Unternehmen 1996 in die roten Zahlen gerutscht war, sorgte ein Umstrukturierungsprogramm 1998 wieder für einen Gewinn von zehn Mrd. Lire. Der Umsatz lag 1998 bei 1850 Mrd. Lire, es wurden eine halbe Million Scooter in Europa verkauft. Die Vespa vom Typ E T4 125 war in den vergangenen beiden Jahren das meistverkaufte Zweirad in Europa.

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