Tickethändler : Kartellamt ermittelt gegen Eventim

Ticketverkäufer, Konzertveranstalter - im Show- und Sportgeschäft geht kaum etwas ohne Eventim. Doch nun bekommt das Unternehmen Ärger, und das gleich von mehreren Seiten.

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Marktführer: Eventim ist Europas größter Tickethändler
Marktführer: Eventim ist Europas größter TickethändlerFoto: Imago/Südraumphoto

Für viele Fans der Rockband AC/DC war es wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Per „Ticketalarm“ bot ihnen Eventim Mitte Dezember an, Karten für die „Rock or Bust World Tour 2015“ zu ordern, zwei Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart. Doch um an die begehrten Karten zu kommen, mussten die Fans einige Kröten schlucken. Bezahlen konnte man nur per Lastschrift oder Kreditkarte, was sich CTS Eventim mit 8,72 Euro pro Ticket vergüten ließ. Für die Postzustellung („Premiumversand“) verlangte der Kartenanbieter weitere 29,90 Euro. Zu teuer, fand die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und schickte Eventim eine Abmahnung.

Doch das ist nicht der einzige Streit. Am Montag bestätigte das Bundeskartellamt, dass es gegen Eventim ermittelt. Die Untersuchungen laufen bereits seit vergangenem November, teilte ein Sprecher mit. Dabei werde die „kartellrechtliche Zulässigkeit verschiedener Geschäftspraktiken“ von Eventim geprüft. „Ein Verstoß gegen Kartellrecht könnte auch in der missbräuchlichen Nutzung einer marktbeherrschenden Stellung liegen“, erläuterte die Behörde. Eventim ist in Europa Marktführer im Ticketgeschäft und setzte 2013 gut 628 Millionen Euro um, den Großteil in Deutschland.

Tickethändler und Veranstalter


Eventim ist in mehreren Geschäftsfeldern tätig. Das Unternehmen vermarktet und vertreibt über Vorverkaufsstellen, Call-Center und Internetportale Eintrittskarten für Konzerte, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen. Zudem plant und organisiert Eventim Konzerte, Tourneen und Festivals. Viele frühere Konkurrenten hat das Unternehmen bereits übernommen, Marek Lieberberg, Peter Rieger, Semmel Concerts oder Argo Konzerte gehören jetzt zu Eventim.
Was das Kartellamt Eventim genau vorwirft, sagen die Wettbewerbshüter nicht. Nur dass es sich um Informationen handelt, die aus den Fusionsfällen stammen. Es sei bekannt, dass Eventim eine starke Stellung und die Konkurrenz daher oft das Nachsehen habe, betonte ein Sprecher des börsennotierten Konzerns am Montag. Aber: „Unlautere Methoden wenden wir nicht an.“

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