TIERSCHUTZ-LABEL : Besser artgerecht

Noch sind es nur vereinzelte Märkte, in denen es Produkte mit dem neuen Tierschutz-Label gibt. Das blau-weiße Siegel ist zum Beispiel bei Kaiser’s, Edeka, Netto, Karstadt und Real zu finden, Lidl will es bald einführen. In der vergangenen Wochen hatte der Tierschutzbund das Label gemeinsam mit Bundesverbraucherministerin Aigner vorgestellt. Es soll Fleisch aus Betrieben kennzeichnen, die stärker auf eine

artgerechte Haltung achten. Zunächst soll das Siegel, das es in zwei Güteklassen geben wird, nur für Schweine- und Hühnerfleisch gelten, weitere Tierarten sowie eine Kennzeichnung von Wurst sollen aber folgen. Die Regeln für das Label mit dem Schriftzug „Für mehr Tierschutz“sollen dabei deutlich strenger sein als die gesetzlichen Vorgaben. Sie sehen etwa eine geringere Zahl von Tieren in den Betrieben, Ställe und Käfige mit mehr Platz, eine langsamere Mästung oder auch eine kürzere Transportdauer vor. Auch garantiert das Label, dass etwa Schweine nicht ohne Betäubung kastriert werden. Für die „Einstiegsstufe“ (ein goldener Stern) gilt zum Beispiel nach einer Frist von drei Jahren ein Verbot von gentechnisch verändertem Futtermittel. Auf der Premiumstufe (zwei goldene Sterne) ist solches Futter von vornherein verboten. Auch der Hähnchenmäster Wiesenhof, der bereits wegen seiner Tierhaltung in der Kritik stand, bringt ein Produkt mit dem Label unter dem Namen „Privathof“heraus. Nach Konzernangaben soll ein solches Hähnchen bis zu 40 Prozent teurer sein als eines aus konventioneller Haltung, bei Hähnchenteilen sollen es sogar 70 Prozent mehr sein. jmi

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