Wirtschaft : Tiger-Fonds ziehen Geld aus traditionellen Titeln ab - Anleger erhalten Geld zurück

Die Investorengruppe Tiger Management LLC schließt ihre sechs milliardenschweren Fonds und zahlt den Anlegern etwa 6,5 Milliarden Dollar (gut 13,3 Milliarden Mark) zurück. Die Anleger sollen damit innerhalb eines Monats gut 80 Prozent des Fondskapitals erhalten. Die verbleibenden 20 Prozent, darunter ein 25-Prozent-Paket an der Fluglinie US Airways sowie andere Aktienpakete bekannter Firmen, sollen zunächst in einem Sonderfonds verwaltet und dann nach und nach verkauft werden, "um den Nutzen für die Anleger zu mehren". Die Tiger-Fonds des US-Investors Julian Robertson tragen Namen von Raubkatzen wie Jaguar, Ozelot, Löwe und Puma, investierten aber in Titel der sogenannten Old Economy. Informationen der US-Zeitung "New York Times" zufolge verloren sie im vergangenen Jahr rund 19 Prozent ihres Wertes und gaben seit Jahresbeginn weitere 13 Prozent nach.

Nach Einschätzung des "Wall Street Journal" hat der häufig mit dem Spekulanten George Soros verglichene Robertson zu lange auf eher traditionelle Aktien gesetzt und die großen Kurssprünge der Technologie- und Internetaktien verpasst. Bei der Investmentbank State Street Global Advisors in Boston hieß es, die Auflösung des Fonds stelle nicht das Ende der Old-Economy-Aktien dar. "Das könnte bereits der Tiefpunkt für werthaltige Investments gewesen sein." Es sei erkennbar, dass sich Standardwerte in den vergangenen Wochen wieder besser entwickelt hätten als Technolgie-Aktien, und es gebe auch die Erkenntnis am Markt, dass der Aufwärtstrend bei HighTech-Aktien in den vergangenen Monaten übertrieben gewesen sei. Der Chefinvestor des Tiger-Fonds, Julian Robertson, erklärte, er ziehe sich zurück aus einem "irrationalem Markt, auf dem Unternehmensgewinne und die Berücksichtigung von Aktienkursen bei der Kaufentscheidung gegenüber Mausklicks und Augenblicks-Entscheidungen in den Hintergrund getreten sind."

Gerüchte über eine Aufgabe der Tiger-Fonds hatten am Donnerstag in Paris bereits den Aktienkurs des Handelskonzerns Carrefour nach unten gezogen. Carrefour zählt mit Vivendi, Crédit Lyonnais und France Télécom zu den Werten in Frankreich, an denen die Fonds beteiligt sind.

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