Wirtschaft : Tödliche Probefahrt

Nürnberger Professor stirbt bei einem Unfall mit der Elektrischen Viktoria

Am Unfallort. Noch ist die Ursache ungeklärt. Foto: Polizei Freiburg
Am Unfallort. Noch ist die Ursache ungeklärt. Foto: Polizei Freiburg

Berlin - Noch vor wenigen Wochen hat Siemens mit dem Oldtimer in Berlin für Aufsehen gesorgt. Anfang Mai fuhr Konzernchef Peter Löscher im Fond der Elektrischen Viktoria beim Elektromobilitätsgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor. Wilfried Feldenkirchen, der als Projektleiter den Nachbau des historischen Fahrzeugs für Siemens betreut hatte, war einer der Fahrer. Am Montag ist Feldenkirchen mit der Elektrischen Viktoria im Schwarzwald tödlich verunglückt. Vier Studenten, die ihn auf seiner Probefahrt begleiteten, wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Die Unfallursache ist noch nicht geklärt. Das Fahrzeug sei nahe Hinterzarten auf einer abschüssigen Straße an einer scharfen Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen, teilte die Polizei Freiburg mit. Feldenkirchen, der am Steuer saß, wurde aus dem offenen Wagen geschleudert und starb noch an der Unfallstelle.

Der 62-jährige Feldenkirchen war seit 1990 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit mehr als 25 Jahren war der Unternehmenshistoriker dem Hause Siemens eng verbunden. „Er hat sich um Siemens verdient gemacht. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie“, sagte Siemens- Chef Peter Löscher.

Das Original der Elektrischen Viktoria wurde ab 1905 in den Berliner Siemens- Schuckert-Werken gebaut. Von dem ersten Elektroauto gab es etwa 50 Exemplare, die als Hoteltaxi und Lieferwagen im Einsatz waren. Sie erreichten eine Geschwindigkeit von bis zu 30 Kilometern in der Stunde und hatten eine Reichweite von 80 Kilometern pro Batterieladung. Im Auftrag von Siemens hat die Firma Hubert Drescher Karosseriebau in Hinterzarten im Schwarzwald das historische Fahrzeug innerhalb von zehn Monaten detailgetreu nachgebaut. Warum Feldenkirchen am Montag mit dem vom Tüv zugelassenen Wagen unterwegs war, blieb zunächst unklar. vis

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