Top 3 der Autoindustrie : Toyota verteidigt die Spitze

Der Abstand wird kleiner, aber die Japaner bleiben mit fast zehn Millionen verkauften Neuwagen größter Autokonzern vor GM und VW.

von
Dynamisch. Mit der in Detroit enthüllten Sportwagenstudie FT-1 demonstriert Toyota Sportlichkeit. 2014 bleiben die Japaner wohl weltweit Nummer eins. 2015 könnten dann die Karten auf dem Automarkt neu gemischt werden.
Dynamisch. Mit der in Detroit enthüllten Sportwagenstudie FT-1 demonstriert Toyota Sportlichkeit. 2014 bleiben die Japaner wohl...Foto: AFP

Es fehlt nicht mehr viel bis zum Ziel, aber das Rennen um die Weltspitze der Autoindustrie hat Volkswagen noch nicht gewonnen. 2013 verteidigte Toyota erneut den Titel: Mit insgesamt 9,98 Millionen verkauften Fahrzeugen waren die Japaner wie schon im Vorjahr die Nummer eins. Dicht verfolgt wurden sie von der Opel-Mutter General Motors (GM) und dem Volkswagen-Konzern mit seinen zwölf Marken. GM verkaufte 2013 rund 9,71 Millionen Autos, der VW-Konzern kam – die schweren Lastwagen der Marken Scania und MAN eingerechnet – auf „mehr als“ 9,7 Millionen Fahrzeuge. Die exakte Zahl steht aber noch aus. Bis 2018 will Volkswagen zur Nummer eins der Autowelt aufsteigen – musste zuletzt aber vor allem auf dem US- Markt Rückschläge hinnehmen.

Der Vorsprung von Toyota ist allerdings kleiner geworden. 2012 lag Toyota bei einem Absatz von 9,75 Millionen, GM bei 9,3 Millionen und VW bei 9,07 Millionen Fahrzeugen. Im Jahr zuvor war Toyota wegen der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe sowie den Folgen zahlreicher Rückrufaktionen gebremst worden.

Nach einem Absatzplus von zwei Prozent im vergangenen Jahr rechnet Toyota in diesem Jahr mit 10,32 Millionen verkauften Fahrzeugen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Frank Schwope, Autoanalyst bei der NordLB, erwartet, dass die Japaner deshalb auch 2014 noch vor den Verfolgern VW (erwartet: 10,1 Millionen) und General Motors (10,0 Millionen) liegen werden. Schwope zufolge „werden spätestens 2015 die Karten neu gemischt“. Fusionen oder Übernahmen könnten außerdem „das Ranking über Nacht durcheinanderwirbeln“.

Branchenbeobachter halten das strategische Ziel, größter Hersteller der Welt zu werden, ohnehin für zweitrangig. „Viel wichtiger als reine Größe ist die Profitabilität der Konzerne und ihre Kooperationsbereitschaft auf Produktebene mit verschiedenen Konkurrenten“, schrieb Frank Schwope in einer Kurzanalyse.

General Motors steht zwar bei den Verkaufszahlen auf einer Stufe mit Volkswagen, Ex-GM-Chef Dan Akerson sieht den US-Konzern bei der Produktionsstrategie dennoch erst in fünf bis sechs Jahren in Schlagdistanz zu den Wolfsburgern. „VW ist gut in Modulen, die sie in der Produktion für sehr billige und etwas teurere Autos verwenden“, sagte Akerson dem „Handelsblatt“. So eine Baukastenstrategie habe GM lange abgelehnt: „Aber die Einsparungen im Einkauf sind groß.“ Seine Nachfolgerin Mary Barra müsse den US-Konzern schlanker machen und etwa die Zahl der Plattformen reduzieren, sagte Akerson. „Am Ende des Jahrzehnts werden wir es mit Volkswagen oder Toyota aufnehmen können.“ Einen positiven Ausblick gab es von Akerson für die GM-Tochter Opel. Zwar macht Opel trotz Fortschritten noch immer Verluste. Zuletzt wurde das Minus aber immer kleiner – auch, weil das Unternehmen die Kosten abgebaut habe, sagte der im Januar ausgeschiedene GM-Chef. Wenn Opel in den kommenden Jahren noch ein oder zwei Prozentpunkte Marktanteil gewinne, werde die Kostenstruktur wettbewerbsfähig: „Opel wird die Kurve kriegen und Mitte des Jahrzehnts schwarze Zahlen schreiben.“

Die Verfolgung des Spitzentrios Toyota, GM und Volkswagen hat der südkoreanische Autobauer Hyundai/Kia aufgenommen. In diesem Jahr wollen die beiden Konzernmarken weltweit mindestens 7,9 Millionen Autos verkaufen, nach 7,56 Millionen im Vorjahr. Vor allem die Verkäufe auf den Auslandsmärkten sollen das Wachstum fördern. Hyundai verpasste trotz des höheren Absatzes 2013 aber den Rekordgewinn von 2012 knapp. Dafür machte Hyundai Produktionsverluste durch Streiks, die schleppende Nachfrage im Inland sowie Währungsschwankungen verantwortlich. mit dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar