Wirtschaft : Toyota entlastet

Untersuchung: Fahrer oft selbst an Pannen schuld

Washington - Erste Untersuchungsergebnisse zur Pannenserie bei Toyota scheinen den japanischen Autohersteller zu entlasten. Demnach sind viele Fahrer in heiklen Situationen aufs Gas statt auf die Bremse gestiegen, was zu zahlreichen Unfällen mit Toten führte. Technische Defekte waren die Ausnahme. Das berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf laufende Studien. Bislang hat die US-Behörde für Verkehrssicherheit nach Angaben der Zeitung nur einen einzigen Fall sicher ausmachen können, bei dem eine rutschende Fußmatte das Gaspedal verklemmte und zu einem Unfall führte. Im August vergangenen Jahres starben dabei in Kalifornien ein Polizist und drei seiner Verwandten. Der Fall erregte in den USA großes Aufsehen und brachte die Rückrufwelle bei Toyota ins Rollen.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Auswertung dutzender Datenrekorder in Toyota- und Lexus-Wagen. Allerdings hat die Verkehrssicherheitsbehörde ihre Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Sie nimmt insgesamt 75 schwere Unfälle unter die Lupe, bei denen 93 Menschen starben. Angesichts des nationalen Aufschreis hatte Toyota weltweit mehr als acht Millionen Wagen wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten zurückgerufen. Das Image des Unternehmens war ramponiert, die Verkäufe brachen ein, der Schaden geht in die Milliarden. Toyota musste überdies eine Strafe in den USA zahlen, weil der Hersteller die Probleme mit den Gaspedalen nicht rechtzeitig gemeldet hatte.

Zumindest in den anstehenden Gerichtsverhandlungen über Schadenersatz für die Unfallopfer und Hinterbliebenen dürften die Studienergebnisse Toyotas Position stärken. Der Hersteller hält sich bei Schuldzuweisungen auffällig zurück und vermeidet es, Fahrer anzuschwärzen. Das Unternehmen befürchtet weiteren Imageschaden. Auch gegenüber der Politik dürfte Toyota nun wesentlich besser dastehen. Insbesondere Verkehrsminister Ray LaHood hatte Toyota mehrfach unterstellt, der Konzern verheimliche den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen. LaHood hatte die komplexe Elektronik der modernen Wagen im Verdacht. Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums wollte die Ergebnisse nicht kommentieren. dpa

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