Wirtschaft : Transporter und Motoren aus der Hauptstadt

Jörg Ziegler

Berlin - Der Automobilkonzern Daimler-Chrysler verfügt über zwei große Produktionsstätten in und nahe der Bundeshauptstadt: das Berliner Werk Marienfelde und die Fabrik im brandenburgischen Ludwigsfelde.

Den Standort Marienfelde baut der Konzern gerade aus. Dort läuft seit Anfang dieses Jahres der neu entwickelte Sechszylinder-Dieselmotor in Serie vom Band. Neben Diesel- und Benzinmotoren für den Smart werden V8-Turbodieselmotoren, V12-Biturbomotoren sowie so genannte „Typ12-Motoren“ für die Edel-Karosse Maybach gefertigt. Über die neue V6-Serienproduktion hinaus ist im Berliner Werk die zentrale Nockenwellen-Fertigung für Diesel- und Benzinmotoren entstanden.

220 Millionen Euro hat der Konzern in die neuen Produktionslinien investiert. „In der Endausbaustufe sollen 240 000 V6-Motoren pro Jahr in Berlin gefertigt werden“, sagte eine Werkssprecherin dem Tagesspiegel. Der neu entwickelte Direkteinspritzer für Pkw der Marken Mercedes, Chrysler und Jeep werde ausschließlich in Berlin gebaut. Der geplante Ausstoß von Nockenwellen für die Pkw-Modelle des Konzerns liegt bei jährlich rund drei Millionen Stück.

Bei Erreichen der vollen Produktionskapazität zähle das Werk Marienfelde 3200 Mitarbeiter, sagte die Sprecherin. 600 zusätzliche Arbeitsstellen seien insgesamt vorgesehen, von denen derzeit rund 300 noch nicht besetzt seien. „Unsere Produktion läuft jetzt sukzessive in die Höhe, und in diesem Zuge werden dann auch die zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt.“

In Ludwigsfelde, gleich hinter der südlichen Berliner Stadtgrenze, produziert der Daimler-Chrysler-Konzern Nutzfahrzeuge und Vans: den Transporter „Vario“ und den kompakten Minivan „Vaneo“. Und ab 2006 wird auf dem Gelände der erfolgreiche Transporter „Sprinter“ hergestellt. Nach Abschluss des Ausbaus sollen mehrere zehntausend Fahrzeuge jährlich vom Band rollen, sagte eine Konzernsprecherin in Stuttgart.

Um den Sprinter zu realisieren, habe der Konzern seit 2003 mehr als 300 Millionen Euro in den Standort Ludwigsfelde investiert und damit die vorhandenen 1500 Arbeitsplätze gesichert. Wegen des geringen Absatzes war die Vaneo-Produktion zurückgefahren worden, und die Beschäftigten arbeiteten nur auf 33-Stunden-Basis. „Mit dem Sprinter-Modell wird wieder der Normalzustand erreicht“, betonte die Konzernprecherin. Im Laufe des kommenden Jahres sollen alle Mitarbeiter wieder Vollzeit arbeiten.

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