Treibstoff der Zukunft : Daimler und Linde bauen mehr Wasserstoff-Tankstellen

Brennstoffzellen-Autos, die mit Wasserstoff angetrieben werden, gelten als die Königsklasse der Elektromobilität. Die Technologie ist noch extrem teuer und es fehlen Tankstellen. Das soll sich in Deutschland jetzt ändern.

Sauberer Stoff. Daimler und Linde bauen Wasserstofftankstellen.
Sauberer Stoff. Daimler und Linde bauen Wasserstofftankstellen.Foto: promo

Der Aufbau eines Netzes von Wasserstoff-Tankstellen kommt voran. Der Autobauer Daimler und der Industriegase-Hersteller Linde wollen nach der Eröffnung der ersten Station mit dem Energiekonzern Total in Berlin den Ausbau vorantreiben, wie die Unternehmen am Mittwoch erklärten. Bis Ende 2015 sollen es 20 Tankstellen werden. Daimler und Linde gehören mit den Mineralölkonzernen Shell, Total und OMV zur Initiative “H2 Mobility“, die bis 2023 ein Tankstellen-Netz mit 400 Standorten aufbauen will. Derzeit gibt es in Deutschland 16 öffentliche Wasserstoff-Tankstellen - und nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes erst 174 Autos, die mit dem umweltschonenderen Antrieb fahren. Die Konzerne setzen darauf, dass die Nachfrage steigt, wenn die Infrastruktur zum Tanken aufgebaut wird. Fahrzeuge mit Brennstoffzellen in Serie zu verkaufen, hat sich Daimler für 2017 vorgenommen.

Der Durchbruch von Wasserstoff-Autos lässt auf sich warten


“Für den Aufbau eines flächendeckenden Infrastrukturnetzes ist es nun höchste Zeit“, sagte der Leiter Konzernforschung und Vorentwicklung von Daimler, Herbert Kohler.
So wie bei Autos mit Batterie lässt der Durchbruch allerdings auch bei Fahrzeugen mit Brennstoffzelle auf sich warten. Zum Start der H2-Mobility-Plattform 2009 kalkulierten die Autohersteller mit mehreren hunderttausend Fahrzeugen ab 2015 weltweit. Inzwischen ist die Prognose bescheidener: Ab 2018 sei mit deutlich über 10.000 Fahrzeugen auf europäischen Straßen zu rechnen. Pro Tankstelle investieren Daimler und Linde zusammen eine Million Euro. Für das Netz mit 400 Stationen sind 350 Millionen Euro veranschlagt.

Daimler arbeitet mit Ford und Nissan zusammen


Daimler will ab 2017 zusammen mit seinen Entwicklungspartnern Ford und Nissan sechsstellige Verkaufszahlen weltweit erreichen. Volkswagen hält Wasserstoffautos in Großserie erst zur Mitte des nächsten Jahrzehnts für realistisch. Bis dahin gibt Europas größter Autobauer der batteriebetriebenen Elektromobilität und dem Hybrid-Auto den Vorrang. Auch BMW konzentriert sich derzeit auf Elektroautos mit Lithium-Ionen-Akkus wie den in diesem Jahr eingeführten i3. Mit Toyota wollen die Münchener bis 2020 ein Fahrzeugsystem mit Wasserstoffantrieb entwickeln. Der japanische Konzern, bereits beim Einsatz von Batterien und Hybrid-Fahrzeugen Pionier, hat auch hier die Nase vorn: Im Frühjahr kommt ein Toyota mit Brennstoffzelle zum Preis von rund 50.000 Euro auf den Markt. Auch Honda hat dies angekündigt. rtr

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